Bedingt durch die Corona-Auflagen kann auch in Linz die traditionelle linke Maidemonstration heuer nicht in der gewohnten Form stattfinden. Das Bündnis Mayday2020 ist sich aber bewusst, wie wichtig der 1. Mai als Kampf- und Feiertag der Linken und der Arbeiter*innenbewegung ist, besonders auch in Hinblick auf die neuen politischen Zustände und sozialen Herausforderungen der aktuellen Krise. „Wachsam werden wir verfolgen und dafür kämpfen, dass die Einschränkungen bei den Grund- und Freiheitsrechten nur kurzfristig bleiben, die richtigen Lehren aus dem „Corona-Lockdown“ gezogen werden und nicht ein Großteil der Bevölkerung die Kosten der Krise wieder bezahlen muss“ heißt es im Aufruf von Mayday2020. Die ersten Lockerungen hinsichtlich Ausgangsbeschränkungen sind schon in Sicht und es wäre völlig unverständlich, wenn immer mehr Geschäfte und die Gaststätten wieder öffnen oder Menschen in der Produktion arbeiten müssen, aber das Grundrecht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit eingeschränkt bleiben würde.

„Die traditionelle Demo zum alternativen 1. Mai in Linz wäre aber auch bei einer Erlaubnis durch die Behörden nicht die bunte, vielfältige und freundlich-fröhliche Ansammlung der linken und alternativen Szene aus Linz bzw. Oberösterreich. Viel zu sehr würden uns die behördlichen Auflagen und Corona-Maßnahmen daran hindern“ so der Aufruf Mayday2020. Was aber nicht ausschließt, dass der öffentliche Raum nicht für kleine Aktionen, die den Gesundheitsschutz respektieren, genutzt werden kann. Die klassische alternative 1. Mai-Demo findet heuer, genauso wie die anschließenden öffentlichen Festveranstaltungen, leider nicht statt.

Mayday2020 wird aber im Web auf http://www.maydaylinz.at sowie auf Facebook unter http://www.facebook.com/ErsterMaiLinz/ mit verschiedenen Aktivitäten und Statements die Forderungen und Ansichten zum 1. Mai wiedergeben und alle Interessierten können sich mit dem Hashtag #maydaylinz daran beteiligen. Darüber ruft Mayday2020 am 1. Mai um 18:00 Uhr zum gemeinsamen Konzert auf: Macht eure Fenster auf, lasst überall die „Internationale“ erklingen und teilt eure Videos dazu!

Mayday2020 bleibt aber widerständig und standhaft, auch wenn der 1. Mai heuer anders sein wird als sonst und bekräftigt: „Wir werden und müssen wohl zukünftig noch öfters auf die Straße gehen und für ein besseres Leben für alle demonstrieren. Der nächste 1. Mai kommt bestimmt!“

Aufruf Mayday 2020: Seien wir realistisch, fordern wir das Notwendige!

Die aktuelle Lage rund um das Corona-Virus hat gezeigt, dass schnelles Handeln in Krisenzeiten nicht nur wichtig, sondern auch möglich ist. Doch die umgreifende Pandemie wird nicht die letzte Krise sein, mit der wir uns beschäftigen müssen. Die neoliberale Sparpolitik und ihre Auswirkungen im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, der Umgang mit geflüchteten Menschen vor unseren geschlossenen Grenzen, die Schere zwischen Arm und Reich, die Wiederherstellung unserer Grundrechte und der Klimawandel, in dem wir uns befinden, werden uns beschäftigen.

Darum kann aus der aktuellen Krise nur eine Lehre gezogen werden: Die Notwendigkeit einer radikalen, sozial-ökologischen Umgestaltung unserer Produktions- und Lebensweise ist unumgänglich, wie die Bewahrung und Erweiterung unseres Gesundheits- und Sozialsystems, unserer Grundrechte, einen solidarischen Umgang mit geflüchteten Menschen sowie eine bedingungslose Absicherung der menschlichen Grundbedürfnisse.

Das nötige Geld für die Finanzierung geeigneter Maßnahmen ist vorhanden. So schnell wie es möglich war Geld für die aktuelle Krise bereitzustellen, so schnell könnte auch das Geld für eine umfassende Transformation bereitgestellt werden. Finanziert durch eine Erbschafts- und Vermögenssteuer. Nützen wir die Chance, die uns die Krise bietet. Fordern wir das Notwendige!