Ein Brief an das Präsidium des Österreichischen Fußballbundes von Renate Hofmann und Erich Klinger

Sehr geehrte Herren, wir sind bestürzt, erzürnt und stocksauer über die Entscheidung des 13-köpfigen Männerpräsidiums, die sogenannten Topligen der Männer fortzusetzen - plus Durchführung des Cupfinales der Männer, aber nicht einmal die Frauen-Bundesliga zu Ende spielen zu lassen. Um Ihrer Erinnerung etwas nachzuhelfen: die Frauen waren es, die bei der letzten EM die Kastanien aus dem Feuer geholt haben, kurze Zeit später war es allerdings auch schon wieder vorbei mit der „Aufmerksamkeit“ für Frauenfußball.

Von Gleichstellung konnte auch in Zeiten größerer Aufmerksamkeit für Frauenfußball sowieso keine Rede sein, jetzt erst recht nicht. Und da braucht man gar nicht die lächerliche Bezahlung der meisten Fußballerinnen ins Treffen führen. Es spricht für Ihren männerbündlerischen Verein, dass Ihnen keine bessere Ausrede als das Corona-Virus eingefallen ist, um den Abbruch der Frauen-Bundesliga zu rechtfertigen.

Sollte dies an den zumeist armseligen Spielplätzen des Frauenfußballs liegen, hätten Sie doch auch bewirken können, dass die Frauen auf den Spielplätzen der Männer spielen „dürfen“. So aber bleibt der Eindruck zurück: die Männer gehen zuerst über Bord, retten sich und die Frauen können ruhig absaufen.

Renate Hofmann und Erich Klinger