Der Sprecher der rechtsextremen „Identitären“, Martin Sellner, hat im Vorjahr den Linzer Burschenbundball besucht. Wie der „Standard“ berichtet, wird der Hassprediger ihn auch heuer wieder besuchen. „Dass Sellner, der in der berüchtigten Burschenschaft „Olympia“ politisiert wurde, am Burschenbundball teilnimmt, ist kein Wunder“, sagt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). „Aber es beweist endgültig: Dieser Ball ist ein Tummelplatz der Rechtsextremen.“ Dem Ballausschuss gehören Wolfgang Kitzmüller und Peter Hametner an. Kitzmüller wurde im Internet als Kontaktperson der Burschenschaft „Germania zu Ried“ genannt, die ein Geheimkonzert mit dem Neonazi-Liedermacher „Fylgien“ durchgeführt hat. Hametner wurde im Internet als Kontaktperson der Burschenschaft „Donauhort zu Aschach“ genannt, die als Verbindungslied das „Treuelied“ der SS singt und in ihrem „Waffenspruch“ mit „deutschen Hieben“ droht. Das sind nur zwei Beispiele für das Gedankengut der Burschenschafter, stellt das Mauthausen Komitee fest.

Im Mai 2019 haben internationale Dachverbände von KZ-Überlebenden den oö. Landeshauptmann Thomas Stelzer aufgefordert, für den Burschenbundball keinen Ehrenschutz mehr zu übernehmen. „Dass Stelzer den Appell der KZ-Überlebenden ignoriert, ist ein Skandal!“, betont Mernyi. „Er gewährt den Ewiggestrigen auch heuer Ehrenschutz. Das macht seine Aussagen gegen Rechtsextremismus und besonders gegen die ‚Identitären‘ völlig unglaubwürdig. Wir verlangen, dass sich der Landeshauptmann endlich vom Burschenbundball zurückzieht – so wie es der Rektor der Johannes-Kepler-Universität aus guten Gründen schon getan hat.“

Info: www.mkoe.at