Das Jugendmagazin SCHPEKK interviewte Matthias Pichler zur Nationalratswahl 2019.

In der Sommergespräch-Serie mit den Jungpolitiker*innen der Parteien hat sich SCHPEKK mit Matthias Pichler von der KPÖ unterhalten. Ein besonderes Anliegen sind ihm die in der EMRK verankerten Menschenrechte.
SCHPEKK: Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Pichler: Dafür, wie wir unser Zusammenleben organisieren, habe ich mich eigentlich schon seit meiner frühen Jugend interessiert. Zu verbessern gibt es da ja immer etwas. Tatsächlich politisiert habe ich mich dann während meines Fachhochschulstudiums, als ich in der Hochschulvertretung sehr aktiv war. Da konnte ich zum ersten Mal Ideen auch tatsächlich in die Praxis umsetzen. Zur Parteipolitik gefunden habe ich im Zuge der Nationalratswahlen 2017, weil ich nicht nur zusehen wollte wie die bürgerliche Rechte gemeinsam mit ihren rechtsextremen besten Freunden die Republik zu einem Selbstbedienungsladen für Wohlhabende macht, während man Menschenrechte und soziale Standards mit Füßen tritt.

SCHPEKK: Welche politischen Themen sind Ihnen besonders wichtig – für welche Inhalte kämpfen Sie?

Pichler: Ich halte die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte für eine der zentralen Errungenschaften der jüngeren Geschichte. Die EMRK gegen den Rechtsruck in Europa und auf der Welt zu verteidigen wird die Aufgabe meiner Generation sein. Das heißt auf der einen Seite gegen Personen aufzustehen, die heute über die Abstufung von Menschenrechten diskutieren wollen, auf der anderen Seite sich aber auch dafür einzusetzen, dass wir morgen noch einen Planeten haben, auf dem die Menschenrechte umsetzbar sind.

SCHPEKK: Was mögen Sie besonders am Wahlkampf?

Pichler: Um ehrlich zu sein, ist Wahlkampf für eine kleine Partei wie die KPÖ eine sehr fordernde Zeit. Weil wir nicht von Großspendern finanziert werden, sowie andere Parteien, heißt das viel freiwilliges und unbezahltes Engagement. Es ist gibt einem allerdings natürlich viel Kraft zu sehen, dass sich viele Menschen so sehr für die KPÖ einsetzen, und das, ohne sich einen gut bezahlten Posten davon versprechen zu können. Das bestätigt für mich immer, dass wir für die richtigen Ideen einstehen.

SCHPEKK: Welche Strategien braucht es Ihrer Meinung nach, um junge Menschen für die Politik zu begeistern?

Pichler: Ich glaube, dass sich Menschen – egal welchen Alters – wirksam erleben müssen. Politik muss mehr sein, als alle paar Jahre eine Stimme abzugeben und dann duldend zu ertragen was danach passiert. Politik bedeutet sich selbst zu organisieren, mit den Menschen in seiner Umgebung in Kontakt zu treten, gemeinsame Interessen öffentlich zu machen und dann umzusetzen. Politik heißt eben nicht nur auf etwas zu warten, sondern auch, mal was selbst zu machen.

SCHPEKK: Welchen Nutzen haben junge Menschen, wenn Sie Ihre Partei wählen?

Pichler: In erster Linie das gute Gefühl, das Richtige getan zu haben 😉. Nein, im Ernst: Die KPÖ steht für die Forderung nach 100% sozialer Politik in Österreich, die Menschen nicht nach Herkunft oder Geschlecht unterscheidet. Sie steht für die Forderung nach dem guten Leben für Alle, die umsetzbar ist, wenn man endlich damit aufhört, Geld zu denen umzuverteilen, die sowieso schon mehr als genug haben. Wenn Menschen in Frage stellen, warum immer mehr unter Ausbeutung und Umweltzerstörung leiden und nur Wenige davon profitieren, dann finden sie in der KPÖ ihre politische Vertretung.

https://www.schpekk.at/jungpolitiker-...hler-kpoe/