Die jüngst vom Magazin „trend“ veröffentlichte Liste der hundert reichsten Österreicher_innen zeigt einmal mehr, dass der wachsende Reichtum nicht nur Name und Adresse hat, sondern dass auch ein großes Potenzial für eine Vermögens- sowie Erbschaftssteuer vorhanden ist, stellt KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner fest. Die aktuelle Rangliste der Vermögen der 100 reichsten Österreicher_innen (trend 27-28/2019) weist gleich 42 Milliardär_innen aus, 2013 waren es noch „nur“ 30. Die TOP10 besitzen 91,32 Mrd. Euro (2018: 86,64), die TOP50 besitzen 152,14 Mrd. Euro (2018: 145,68), die TOP100 besitzen 174,43 Mrd. Euro (2018: 167,94).

Diese rund 174 Milliarden sind nicht nur im Verhältnis zum Gesamtvermögen in Österreich von 1.320 Mrd. Euro sondern auch im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt Österreichs (2018: 386 Mrd. Euro) oder zum Bundesbudget (2019: 79 Mrd. Euro) eine beachtliche Größenordnung.

Zeitgleich zur jährlichen „trend“-Liste weist der internationale World Wealth Report von Capgemini für Österreich 145.100 Privatanleger mit einem frei verfügbaren Vermögen von mehr als einer Million Dollar aus. Und laut Arbeiterkammer-Studie entfallen 40 Prozent des Gesamtvermögens in Österreich auf das reichste Prozent der Bevölkerung, das sind 38.000 Haushalte.

24 der hundert reichsten Österreicher_innen haben ihr Vermögen aus dem Verkauf oder Erbe von einstigen Unternehmen gemacht, ihr Vermögen ist also kein produktives, sondern nur mehr um spekulatives Kapital, das laut „trend“ freilich unter dem schlechten Börsenjahr 2018 gelitten hat. Geboomt hat hingegen der Immobilienbesitz, der rund 20 Prozent des Vermögens der Superreichen ausmacht mit einem Plus von vier bis sechs Prozent.

Eine Vermögenssteuer von nur zwei Prozent würde allein vom Reichtum der TOP100 pro Jahr rund 3,4 Mrd. Euro bringen: „Das Geld für eine Umverteilung und soziale Gerechtigkeit wäre also vorhanden, es müsste nur abgeholt werden. Dabei geht es um den politischen Willen“ so Furtlehner. Bekanntlich nehmen aber ÖVP und FPÖ bei dieser Debatte den Mittelstand, insbesondere die „Häuslbauer“ in Geiselhaft, die freilich bei einer Millionärssteuer gar nicht betroffen wären.

Aber auch SPÖ-Chefin Rendi-Wagner hat sich dem angeschlossen und meinte, im Moment sei „nicht der richtige Zeitpunkt für eine neue Steuer“. Die „alte“ Vermögenssteuer wurde bekanntlich 1993 unter SPÖ-Finanzminister Lacina, die vormalige Erbschaftssteuer 2008 unter SPÖ-Kanzler Gusenbauer abgeschafft.

Die KPÖ tritt im Gegensatz dazu für eine gerechte Steuerpolitik ein, die eine Umverteilung von oben nach unten einleitet und als einen Eckpunkt die Wiedereinführung einer Vermögens- wie auch einer Erbschaftssteuer umfassen muss: „Es gilt jetzt, den Druck zu erhöhen, damit der ständig wachsende Reichtum einer kleinen Minderheit entsprechend besteuert wird und das Potenzial zur Finanzierung des Sozialstaates gestärkt wird“, so Furtlehner abschließend.