In ganz Europa gehen Schüler und Schülerinnen für Klimaschutz auf die Straße statt in die Schule. In Wels fordern die Jungen Linken mit einer Aktion am Lokalbahnhof schöne und leistbare Gemeindebauten als Mittel gegen die Klimakatastrophe.

Der Hintergrund: 28.000 Menschen pendeln täglich nach Wels. Dieses Verkehrsaufkommen belastet nicht nur die Einwohner, sondern auch das Klima. „Die steigenden Wohnkosten treiben die Menschen aus der Stadt und verschlimmern die chaotische Zersiedelung. Leistbare Gemeindebauten können eine Lösung dafür sein”, sagt Max Friedl, Aktivist der Jungen Linken Wels: „Gemeindebauten sind mit dem öffentlichen Verkehr besser erreichbar und verbrauchen beim Heizen weniger Energie als Einfamilienhäuser.“

Als möglicher Standort für Gemeindebauten bietet sich der Welser Lokalbahnhof an. Leider finden solche Überlegungen in dem von der Stadt Wels genehmigten Konzept für die Bebauung des Areals keinen Platz. „Das ist eine verpasste Chance für leistbaren und umweltschonenden Wohnraum”, bedauert Friedl. In dem städtebaulichen Leitbild „Zusammen:Wachsen“ wird der Anspruch erhoben umwelt- und ressourcenschonend zu bauen. Mit dem Bau von hauptsächlich zwei- bis viergeschossigen Häusern wird das Ziel, eine geringe Flächenversiegelung zu erreichen, aber verfehlt.

Dank der guten Nahversorgung, Kulturangeboten und kurzen Wegen zu Arbeit und Schule ist das Leben in der Stadt für viele attraktiv. Leider ist das Angebot an günstigem Wohnraum nicht ausreichend. Schon jetzt muss jedeR Dritte der Welser MieterInnen die Hälfte seines/ihres Einkommens oder noch mehr für Wohnen ausgeben. „Die Stadt Wels kann mit schönen und leistbaren Gemeindewohnungen beim Klimaschutz einen Unterschied machen“, fordert Friedl.

Foto: Max Friedl (28) und Nora Einwaller (18) wollen Gemeindebauten gegen die Klimakatastrophe
Bildrechte: Teresa Griesebner