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Kritik an Ehrenschutz und Sponsoring für Burschenbundball

  • Dienstag, 29. Januar 2019 @ 08:40
News Der Burschenbundball im Linzer Vereinshaus ist kein harmloser Faschingsball, sondern eine festliche Inszenierung des Deutschnationalismus und damit eine Verleugnung der österreichischen Nation und ein Affront gegen den antifaschistischen Verfassungsauftrag der 2. Republik, kritisiert KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.


Veranstalter und Teilnehmer des Burschenbundballes gehören durchwegs deutschnationalen Verbindungen an, die dem rechtsextremen Milieu zuzurechnen sind. Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) hat hinreichend dokumentiert, dass die Veranstalter des Balls rechtsextremes Gedankengut vertreten und verbreiten. Das gilt insbesondere für die in Linz führende Burschenschaft Arminia Czernowitz, die auch innerhalb der Burschenschaften dem ausgesprochen rechtsextremen Flügel angehört und die Führung der Linzer FPÖ stellt. Mitglieder der Arminia sind etwa Vizebürgermeister Detlef Wimmer, Stadtrat Markus Hein, die Gemeinderäte Wolfgang Grabmayr, Werner Pfeffer und Michael Schilchegger sowie Bundesrat Michael Raml.

Ebenso wird die FPÖ auch auf Landesebene von Burschenschaftern dominiert. So gehören LHStv. Manfred Haimbuchner und Landesrat Günther Steinkellner der Burschenschaft Alemannia Wien, Landesrat Elmar Podgorschek der Burschenschaft Rieder Germania an: „Der Protest gegen den Burschenbundball ist angesichts der Dominanz von Burschenschaftern in der FPÖ daher vor allem eine Kritik an der FPÖ-Regierungsbeteiligung in Land und Bund und die unsoziale Politik der schwarz-blauen Koalition, das gilt aber auch für die rot-blaue Koalition in Linz“, so Furtlehner.

Als Gefahr für die Demokratie sieht die KPÖ zudem dass mit dem Regierungseintritt der FPÖ die Durchsetzung von Schlüsselstellen im Staatsapparat mit rechtsextremen Burschenschaftern eine besorgniserregende Dimension erreicht hat. Daher ist auch die Forderung gerechtfertigt, alle Förderungen der Burschenschaften durch die öffentliche Hand einzustellen. Vom Land OÖ wurde 2017 laut Subventionsbericht der Landesdelegiertenconvent (LDC) als Dachorganisation der Burschenschaften mit 120.000 Euro Steuergeld subventioniert, seit 2006 waren es insgesamt 725.000 Euro. Zusätzlich erhält der Österreichische Pennälerring (ÖPR) jährlich 38.000 Euro Bundesjugendförderung.

Die Kritik an der Legitimierung des am 2. Februar 2019 stattfindenden Burschenbundballs im Linzer Vereinshaus durch Politik und Wirtschaft ist voll gerechtfertigt. Die KPÖ fordert daher LH Thomas Stelzer (ÖVP), Uni-Rektor Meinhard Lukas und Fachhochschul-Geschäftsführer Gerald Reisinger auf ihren Ehrenschutz für diesen Ball zurückzuziehen und damit ein Zeichen der Abgrenzung vom deutschnationalen Rechtsextremismus zu setzen. Ebenso fordert die KPÖ alle Firmen auf das Sponsoring dieses Balls einzustellen.

Die KPÖ unterstützt die Proteste gegen den Burschenbundball 2019 und ruft zur Teilnahme an der Demonstration des überparteilichen antifaschistischen Bündnisses „Linz gegen rechts“ unter dem Titel „Champagner für euch, 12-Stunden-Tag für uns?!“ gegen die Politik der schwarz-blauen Bundesregierung und den Burschenbundball auf (Samstag, 2. Februar 2019, 16:30 Uhr, Linz, Treffpunkt Pfarrplatz). Die KPÖ hat in der 2014 erstmals erschienenen Broschüre „Wenn Burschen tanzen“ Umfeld und Hintergründe des Burschenbundballs dokumentiert. Die Broschüre kann als Printversion oder PDF unter ooe@kpoe.at bestellt werden.




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Wenn Burschen tanzen... Eine Dokumentation der KPÖ zum Linzer Burschenbundball
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