Die „Initiative Verkehrswende jetzt!“ fordert eine oberirdische 2. Straßenbahnachse in Linz, anstelle der von der Politik forcierten unterirdischen Variante. Zusätzlich soll die Mühlkreisbahn über die bereits existierende Hafenbahn zum Linzer Hauptbahnhof verlängert werden. Diese vorgeschlagene Zwei-Achsen-Lösung kostet inkl. Betriebskosten um die Hälfte weniger als die unterirdische Trasse und erschließt 50% mehr Fahrgastpotential. In absoluten Zahlen: 270 Millionen billiger und 15.000 Fahrgäste täglich mehr. Also viel billiger und viel besser. Ein unschlagbares Argument - möchte man meinen.

Doch die Reaktion von Bürgermeister Luger und Landesrat Steinkellner kam prompt (Life-Radio OÖ, 25.1.2019): Eine oberirdische Straßenbahnachse ginge nicht, „weil sie dem Autoverkehr Platz wegnimmt.“ Damit lassen die politisch Verantwortlichen die Hosen runter: Man ist bereit, viel mehr Geld für deutlich weniger Leistung auszugeben, nur um dem Autoverkehr keinen Quadratmeter wegzunehmen.

Die 270 Millionen, die die unterirdische Variante mehr kostet, sind daher reine Autoverkehrssubvention. Das vom Bund geforderte Geld aus der Nahverkehrsmilliarde soll also zur Förderung von klima-, umwelt- und gesundheitsfeindlicher Mobilität zweckentfremdet werden. Das geht gar nicht.

Eine Straßenbahn kann auf der Breite eines 3,5 m breiten Fahrstreifens in einer Stunde über 20.000 Fahrgäste transportieren, der Autoverkehr bloß 2.000. Der Öffentliche Verkehr ist also zehn-Mal effizienter als das Auto. Natürlich kann und muss daher der Autoverkehr reduziert werden, wenn eine zusätzliche Straßenbahnlinie errichtet wird. Eine Politik, die das nicht versteht, handelt völlig verantwortungslos - gegenüber der Gesundheit der schadstoffgeplagten Linzer Bevölkerung, gegenüber dem Klimaschutz und nicht zuletzt gegenüber dem Steuerzahler!

Infos: www.verkehrswende-jetzt.at