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Verkehrswende: Unterirdische 2. Schienenachse ist Kniefall vor dem Autoverkehr

  • Dienstag, 27. November 2018 @ 10:57
Verkehr Die Politik will keine oberirdische Straßenbahn, weil sie die Straßen für den (viel zu starken) Autoverkehr reserviert hat und bei Reduktion dieser Flächen den Verkehrskollaps befürchtet. Andererseits wird der geplante Tunnel für die notwendigen Verkehre von Straßenbahn und S-Bahn aus zahlreichen Achsen aus dem Linzer Umland rasch an seine Leistungsgrenzen stoßen. Damit wäre weder ein umfassender Umbau des Verkehrssystems möglich, noch eine Verkürzung der Fahrzeiten. Für attraktive Fahrzeiten mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln müssen vor allem die Überlandstrecken beschleunigt werden.

Die “Initiative Verkehrswende jetzt” zeigt die Schwächen der geplanten Tunnellösung auf und schlägt eine leistungsfähigere und deutlich billigere Alternative zur Tunnelvariante vor. Angesichts der schlechten Linzer Luftwerte sind solche Schritte in Richtung einer umweltfreundlichen Verkehrswende dringender denn je.

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten!

Um bis zu 30 %(!) steigt die Zahl der Kfz-Wege in der Gruberstraße und vielen anderen Innenstadtstraßen von 2010 bis 2030 trotz – bzw. auch wegen dem geplanten Bau des Westrings. Dieser Wert stammt aus den Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung des Westrings. Die Politik will der Straßenbahn deshalb keinen Platz auf der Straße zur Verfügung stellen. Ihre Argumentation erfolgt mit Zahlen, die nicht Lösungen, sondern die fatalen Auswirkungen des Westrings aufzeigen.
Zusätzlich werden die verbreiterte VOEST-Brücke und die Neue Donaubrücke (Eisenbahnbrücke) wesentlich mehr Autoverkehr ins Linzer Zentrum bringen. Eine ambitionierte Verlagerung tausender Kfz-Wege auf die Straßenbahnachse ist für die Linzer Politik offensichtlich heute noch kein Thema.

Die involvierten Politiker rechnen mit einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen in der künftigen Straßenbahn gegenüber den Bussen und einer 30-prozentigen Zunahme des Kfz-Verkehrs in der Gruberstraße. Zweiteres trotz Westring, was das Gegenteil dessen ist, wofür dieses Megastraßenprojekt eigentlich gebaut werden soll.
Hier unterliegt die Politik einem großen Fehler: Eine ÖV-Offensive kann nur erfolgreich sein, wenn die Politik an ihren Erfolg glaubt und konsequent an der Verlagerung der Wege arbeitet!

Oberirdisch heißt auch leistungsfähiger!

Der Bau der zweiten Schienenachse im Osten entlastet die Straßenbahnachse Landstraße leicht. Gerade auf dieser 1. Schienenachse (sie ist vom Fahrgastpotenzial doppelt so wichtig wie die 2. Schienenachse) sollten deutlich mehr Fahrgäste fahren können, wobei aber vor allem der Tunnel unter dem Hauptbahnhof die Leistungsfähigkeit beschränkt

Einen Kilometer weiter östlich nun mit der unterirdischen 2. Schienenachse einen weiteren (sündteuren) Flaschenhals zu schaffen ist fahrlässig: Dieser hat keine Reserven für zukünftige Verkehrsmengen.
Die Initiative Verkehrswende Jetzt! setzt sich seit über einem Jahr für die 2-Achsen-Lösung im Osten von Linz ein, welche statt einer unterirdischen Schienenachse für Straßenbahn und S-Bahn zwei getrennte oberirdische Achsen vorsieht: Der Straßenbahn- und der S-Bahn-Betrieb (über die Hafenbahn) können getrennt voneinander geführt werden.

Durch die oberirdische Führung wären diese beiden neuen Schienenachsen um das Zwei- bis Dreifache leistungsfähiger als die momentan favorisierte unterirdische 2. Schienenachse. Mit einem Einsparungspotenzial von fast 300 Mio. Euro ist diese Lösung sogar wesentlich günstiger. Der Projektvorschlag 2-Achsen-Lösung muss in eine offene Variantenuntersuchung einbezogen werden.

Wo sind die Visionen des Landes für eine nachhaltige Mobilitätswende ?
Das Land OÖ wirft dem oberösterreichischen Landesrechnungshof zum Ergebnis seiner Initiativprüfung zur 2. Schienenachse die „fehlende Vision für das große Ganze“ vor: Dies ist - vor allem in Hinblick auf die wenig visionären Projekte des Landes, die einen wirklich nachhaltigen Umbau des Verkehrssystems im Großraum Linz nicht bringen werden - absurd.
Eine ambitionierte, visionäre Verlagerung der Kfz-Wege auf den ÖV (und Radverkehr) im Großraum Linz muss beim 3- bis 5-fachen der geplanten Fahrgäste der 2. Schienenachse liegen.

Von den im Osten von Linz rasch zu verwirklichenden zwei neuen oberirdischen Schienenachsen, ist eine schon in weiten Teilen vorhanden. Diese um beinahe 300 Mio. Euro billigere Lösung schafft eine auf die nächsten 50 Jahre ausgelegte Infrastruktur, welche weit höhere Fahrgastzuwächse als eine unterirdische Schienenachse zulässt.

Schneller rein und raus aus Linz

Das Argument des schnelleren Vorwärtskommens mit der unterirdischen Straßenbahn ist nicht stichhaltig: Mit den kurzen Haltestellenabständen von rund 400 Metern ist eine spürbare Beschleunigung gegenüber der Oberirdischen Streckenführung unmöglich. Große Zeitvorteile wären hingegen vor allem in Streckenabschnitten außerhalb von Linz realisierbar. Eine geplante Reisezeit von 45 Minuten mit der Regiotram von Pregarten nach Linz Hauptbahnhof ist einfach zu lang: Da werden deutlich weniger Menschen als geplant auf die Öffis umsteigen. Diese Strecke muss direkter und schneller, in rund 25 bis 30 Minuten, zurückzulegen sein.

Ein zukunftsorientiertes Schienensystem im Osten von Linz kann und muss innerhalb des Stadtgebiets deutlich leistungsfähiger und billiger als die geplante lange Tunneltrasse sein. Auch die Fahrzeit der Verkehrsteilnehmer von Tür zu Tür muss noch – vor allem auf den Überlandstrecken wesentlich reduziert werden.

Infos: www.verkehrswende-jetzt.at





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Schriftsteller, Journalist, Politiker – Franz Kain (1922-1997).
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