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Spekulative Zugriffe auf Lenzing und AMAG zurückweisen

  • Dienstag, 23. Oktober 2018 @ 10:39
News Die Alternative zur Auslieferung von Lenzing AG und AMAG an die Mechana Tech Components des Investors Michael Tojner ist die Vergesellschaftung der beiden oberösterreichischen Industrieunternehmen, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Tojner ist bekanntgeworden durch den Skandal um das von der rot-grünen Rathauskoalition ermöglichte Heumarkt-Hochhaus in Wien mit drohendem Verlust des Welterbe-Status und den Schnäppchen-Kauf von 3.000 Sozialwohnungen der früheren Wohnbauvereinigung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ebenfalls in Wien.

Der Finanzhai will nun durch eine dubiose Neuinterpretation der Verträge die zur UniCredit, der früheren Bank Austria, gehörende im Jahr 2000 gegründete B&C-Privatstiftung übernehmen, welche Mehrheitsanteile sowohl an der Lenzing AG (B&C 50 %; Streubesitz 46,03 %; Oberbank 3,97 %) als auch an der AMAG Ranshofen (B&C 52,7 %; Raiffeisen 16,5 %; Arbeitnehmer 11,5 %; Treibacher 8,2 %; Streubesitz 7 %; Esola 4,1 %) besitzt, was eine „feindliche Übernahme“ bedeutet. Laut Medienberichten bietet Tojner der UniCredit 100 Mio. Euro für die Begünstigtenrechte und zusätzlich 150 Mio. Euro für die Besetzung des Stiftungsvorstandes.

Aus der Sicht der Stiftung ist die Trennung von der UniCredit allerdings bereits 2008 erfolgt und wurden die Genussrechte von der Stiftung um 1,2 Mrd. Euro erworben, womit eine Neuinterpretation der Verträge durch die angesichts der wirtschaftlichen Krise in Italien zunehmend unter Druck stehende UniCredit ein klarer Vertragsbruch wäre, andererseits eine Vergesellschaftung begünstigt wäre. Der Fall B&C bedeutet zudem auch eine Nagelprobe für die Verfechter von Privatstiftungen, deren Zweck wäre maßgeblich Unternehmensvermögen vor unliebsamen Zugriffen zu schützen.

Nach eigenem Verständnis sieht der Stiftungszweckes als Hauptaufgabe die „Sicherung des Fortbestands und die Förderung des Wachstums großer, österreichischer Unternehmen als Kernaktionär“ vor. Die dazu angeführte „Investition freier Dividendenerträge in die Stärkung und den Ausbau der bestehenden Kernbeteiligungen“ erfolgte allerdings in den vergangenen Jahren nur bedingt, wenn trotz hoher Gewinne etwa bei der Lenzing AG hunderte Beschäftigte gefeuert wurden und lieber ein zweistelliger Millionenbetrag für einen Sozialplan aufgewendet wurde statt die Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Von einem Eigentümerwechsel wären 15.000 Beschäftigte der früher im Eigentum der Bank Austria stehenden Lenzing AG und der früher verstaatlichten AMAG weltweit, davon rund 5.000 in Oberösterreich, betroffen. „Wichtige Industrieunternehmen dürfen nicht zum Spielball der kurzfristigen Profitinteressen von Finanzmarkt-Spekulanten werden, denen nur der Profit wichtig ist, nicht aber die Anliegen der Beschäftigten und der Region“, so Furtlehner. Bund und Land sind daher gefordert für eine Klarstellung zu sorgen, dass Spekulanten vom Schlage Tojner mit ihren Begehrlichkeiten nicht durchkommen und müssen Gewerkschaft, Arbeiterkammer und Belegschaften in ihren Bemühungen einen solchen Ausverkauf zu verhindern unterstützen.


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