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KPÖ trauert um Kurt Kopta

  • Mittwoch, 30. Mai 2018 @ 22:00
Biografien Mit großer Bestürzung haben wir die Mitteilung erhalten, dass unser Genosse Kurt Kopta am 30. Mai 2018 nach längerer Krankheit gestorben ist.

Kurt Kopta wurde am 6. Dezember 1955 in Linz geboren. Ab 1972 absolvierte er eine private Aus- und Weiterbildung beim akademischen Maler Prof. Kurt Walter, war aber davon abgesehen Autodidakt.

Er arbeitete bei den Arbeitsgruppen kultureller Initiative mit und war später am Aufbau des Projekts „Hupfau“ beteiligt, vorerst im „Fördererkreis freier Jugendzentren“, dann in der „Kooperative Hupfau“ aus welcher letztendlich „Die Hupfauer“ entstanden. Ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst brach er nach einem Jahr ab, es folgten längere Reisen durch die Türkei, die neben seinem Wohnsitz in Mönchdorf (Bezirk Freistadt) seine zweite Heimat wurde.

1975 folgte ein Aufenthalt in Hamburg und eine gemeinsame Arbeit mit dem Fotografen Manfred Stern im Bereich künstlerische Dokumentarfotografie sowie weitere Mitarbeit bei den „Hupfauern“. Der Versuch einer praktischen Umsetzung des Begriffs „Entschulung“ war mit einer dauernden Auseinandersetzung Kurt Koptas mit Malerei und Fotografie verbunden. 1981 begann er eine Fachausbildung als Tischler. 1986 bis 1989 folgten Seminare und Kurse bei Renate Moran, dann ein dreijähriger Aufenthalt in der Türkei und dort intensive Beschäftigung mit Malerei.

Seit 1991 prägten neben künstlerischer Arbeit eine zeitweilige Lehrtätigkeit im Bereich bildnerischer Erziehung in Alternativschulen das Leben von Kurt Kopta, weiters eine fotografische Dokumentation von Kunst und Kulturprojekten (etwa „Interlab I“ von Ines Kargl im Rahmen des EFFE Kongresses in Wien, Bildhauerprojekt „Zeichen in der Landschaft“ von Josef Beier). Ab 2000 lebte und arbeitete er in Sultaniye in der Türkei. Zum Broterwerb arbeitete Kopta beim NASCO Konzern in Izmir. Zum Thema Architektur und Design entstand auf Grund der da gemachten Erfahrungen das Fotoprojekt „Handsam“. Von 2008 bis 2011 folgte ein erzwungener Verbleib in Österreich, die er als unausgesetzte Fluchtversuche, zeitweilig von Erfolg gekrönt, bezeichnete.

Zahlreich waren Kurt Koptas Ausstellungen der letzten Jahre: Galerie der Kunstvereinigung Bindermichl Linz. GIGA Ansfelden. Efesus Museum Selçuk Türkei. Galerie „der Hof“ Wels. M8, Melicharstraße Linz. WUK (Fotografien) Wien. Dorfgalerie Bad Zell. Kültür ve Sanaat Evi Söke Türkei. Satas Tugla Fabrikasi Pammukyazi Türkei. Adnan Franco Galerisi Izmir Türkei. Carpouza Selcuk Türkei. SOHO in Ottakring. CdB Ursulinenhof Linz. Galerie Warum Wels. Luftsprünge Wasserspiele Ursulinenhof Linz. Koaxiale Künstlerhaus Wien. Cart Pregarten. Papiermachermuseum Steyrermühl. Galerie der Ernst Koref Stiftung Ursulinenhof Linz.

Eine der letzten Ausstellungen von Kurt Kopta war beim „Open House Neue Zeit Fest“ im Juni 2017 unter dem Titel „Anachronismen“ veranstaltet vom Kulturverein LIBIB zu sehen. Über „Das Machen von Bildern“ schrieb Kurt Kopta dazu: „Über Bilder schreiben, über das Machen von Bildern? Tät‘ ich mir leicht mit Wort, wär ich Politiker oder Journalist geworden. So muss ich mich eben über Bild vermitteln. Und doch: Noch in jüngster Vergangenheit war das „Tafelbild“ totgesagt, war Gegenständliches ein Unding. In Zeiten digitaler Bilderflut, ist da Gemaltes, egal ob abstrakt oder figurativ, noch zeitgemäß?

Doch der Markt zieht an, manches verkauft sich wieder. Der Berliner Künstler Jonas Burgert meint: „Wir haben das Glück in einer Periode zu leben, wo man in der Kunst, alles machen darf“ – und hat in Bezug auf Kunst, so wie in allen anderen gesellschaftlichen, politischen Bereichen unrecht! Verwirrend, was da alles möglich und machbar sein soll.

… und doch! Bei all dieser Machbarkeit, Grundlegendes bleibt doch unverändert, wesentliche Verhältnisse werden keineswegs angetastet. Was oben ist, bleibt oben! Und was unten, hat ganz sicher unten zu bleiben – nach Meinung der da oben, zumindest. So lang verpönt, darf man ja jetzt wieder erzählen, fabulieren, mit und in Bildern. Und doch ist Parteinahme, der Blick auf Wirklichkeit, wie ehedem, ein Anachronismus. Mit Anna Seghers: „Das wesentliche ist doch, die richtige Frage zu stellen!“ So bin ich mit diesen Bildern noch immer auf der Suche nach den richtigen Fragen.“

Schon lange Sympathisant und Unterstützer – etwa durch seine Kontakte mit Eugenie Kain (1960-2010) und Gust Maly (1949-2002) – wurde Kurt Kopta 2010 Mitglied der KPÖ und engagierte sich im Kampf für eine soziale Gerechtigkeit, eine solidarische Gesellschaft und eine bessere Welt. Er kandidierte im Wahlkreis Mühlviertel und auf der Landesliste für die KPÖ bei der Nationalratswahlen 2013 und für KPÖ PLUS 2017 sowie für KPÖ und unabhängige Linke bei der Landtagswahl 2015 und nahm mit großem Interesse an Aktivitäten der KPÖ teil.

Ein von ihm mit großer Geduld und voller Optimismus ertragenes Krebsleiden schränkte in den letzten Jahren seine Schaffenskraft als Künstler wie auch sein politisches Engagement massiv ein. Letztendlich verlor er den Kampf gegen diese Krankheit. Wir werden Kurt Kopta stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
- KPÖ-Landesvorstand OÖ
- KPÖ-Bezirksorganisation Mühlviertel
- Verein LIBIB


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Ein bescheidenes Leuterl, Zur Erinnerung an Resi Pesendorfer (1902-1989).
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