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1938: Die Opfer ehren, den Widerstand würdigen

  • Montag, 12. März 2018 @ 10:27
News Für die KPÖ ist der 80. Jahrestag der Annexion Österreichs durch Nazi-Deutschland im März 1938 Anlass des antifaschistischen Widerstandes und der Opfer zu gedenken, aber auch an die Mitverantwortung zigtausender Österreicher_innen an den Verbrechen des NS-Regimes zu erinnern und allen faschistischen und rechtsextremen Tendenzen und der Leugnung bzw. Bagatellisierung der Verbrechen der NS-Herrschaft entgegenzutreten, stellt KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner fest.

Durch eine politisch willkürliche Interpretation des „Moskauer Memorandums“ der Alliierten vom Oktober 1943 wurde Österreich jahrzehntelang ausschließlich als Opfer des Faschismus gesehen und damit die enorme Mitschuld zigtausender Österreicher_innen an den fürchterlichen Verbrechen des Nazifaschismus bagatellisiert. Der Schriftsteller Carl Zuckmayer hatte die Stimmung in den Tagen des „Anschlusses“ im März 1938 treffend als „Hexensabbat des Pöbels und ein Begräbnis aller menschlichen Würde“ bezeichnet. Zigtausende ÖsterreicherInnen waren durch aktive Beteiligung am NS-Regime oder als Profiteure von Arisierung und Vertreibung mitverantwortlich für die Verbrechen des Faschismus.

Seit mit der Rede des damaligen Bundeskanzlers Vranitzky im Jahre 1991 auch die Mitverantwortung Österreichs thematisiert wurde erfolgt zunehmend eine Verdrängung des antifaschistischen Widerstandes aus dem politischen Diskurs. Denn immer noch wird von vielen das Jahr 1945 als die „Stunde Null“ und die Zweite Republik nicht als Antithese zum Faschismus verstanden. Das beweist das schon kurz nach Kriegsende einsetzende Buhlen von ÖVP und SPÖ um die „Ehemaligen” des damaligen VdU, aus der die heutige FPÖ hervorging, die seit 2017 Regierungspartei ist. Damit wurde letztlich aber breiter Raum für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in allen Spielarten, die „Sozialschmarotzer“-Debatte ebenso ermöglicht wie die provokante Toleranz von Exekutive, Verfassungsschutz und Justiz gegenüber rechtsextremen und neonazistischen Aktivitäten und Gruppen.

Die KPÖ erinnert zum Jahrestag der Annexion an den aktiven Beitrag von Kommunist_innen zur Befreiung vom Faschismus. Im Unterschied zur Kirche (deren Kardinal Innitzer den „Anschluss“ begrüßte), der SPÖ (deren Exponent Renner „freudigen Herzens“ mit ja stimmte) und den Vorläufern der ÖVP (die mit der austrofaschistischen Herrschaft den Boden für den „Anschluss“ vorbereitet hatten) leistete die KPÖ von Anfang Widerstand gegen das Nazi-Regime und erfüllte damit auch den in „Moskauer Memorandum“ verlangten „eigenen Beitrag“ zur Befreiung.

„Der Aufruf der KPÖ zum Widerstand noch in der Nacht des deutschen Einmarsches verlieh der Überzeugung Ausdruck, dass ein freies, unabhängiges und demokratisches Österreich wiedererstehen wird und gehört zu den historischen Dokumenten der jüngeren Geschichte“ betont Furtlehner. Über zweitausend österreichische Kommunist_innen – davon rund 160 in Oberösterreich – sind als Opfer des Kampfes gegen den Faschismus erfasst.

Die KPÖ fordert daher eine offene und konsequente Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und der Mitverantwortung an den Verbrechen des Nazi-Regimes ein, bei welcher die Opfer gewürdigt und die Täter_innen beim Namen genannt werden. Sie tritt daher auch allen Versuchen entgegen, den politisch motivierten Widerstand gegen den Faschismus aus der Geschichte zu verdrängen: „Die KPÖ verlangt die Anerkennung der Leistungen aller Formen des Widerstandes gegen den Faschismus als Grundlage der 2. Republik, einen aktiven Kampf gegen den faschistischen Ungeist in allen seinen Spielarten und die strikte Einhaltung des NS-Verbotsgesetzes und des Staatsvertrages“, so Furtlehner abschließend.


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Der Kampf war hart und schwer. Februar 1934. Die KPÖ in den Februarkämpfen in Oberösterreich.
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