Mit einer Anfrage an Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) thematisiert die Linzer KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 1. März 2018 neuerlich das gerade in den Wintermonaten besonders brisante Thema Feinstaub. Die KPÖ greift dabei auch die Ansage der deutschen Bundesregierung auf, als Maßnahme zur Reduzierung von Schadstoffen die Freifahrt in Großstädten zu überlegen und fragt Schobesberger, wie sie das beurteilt und welche Überlegungen es gibt den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr in Linz schmackhaft zu machen. KPÖ-Gemeinderätin Grünn verweist dazu auch auf einen entsprechenden Vorstoß des grünen Verkehrssprechers im oö Landtag, Severin Mayr, für die Freifahrt auf Öffis.

Laut der Feinstaubbilanz des Umweltbundesamtes für 2017 ist zwar Graz mit 30 bis 49 Überschreitungstagen an fünf Messstellen die „Feinstaubhauptstadt“ Österreichs, womit laut EU-Auflagen ab 35 Tagen Strafzahlungen fällig sind. Aber auch in Linz wurde im Vorjahr an drei Messstellen (Römerberg und 24er Turm jeweils 25, Stadtpark 23 Tage) der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Richtwert von 50 Mikrogramm PM10 als Tagesmittelwert überschritten, wenngleich seit 2011 das EU-Limit nicht mehr erreicht wurde.

Verursacher von Feinstaub-Emissionen sind Verbrennungsprozess durch Heizungen und in der Industrie, in der Landwirtschaft durch Bearbeitung landwirtschaftlicher Flächen und Tierhaltung, im Verkehr durch die Verbrennung von Kraftstoffen sowie Brems- und Reifenabrieb und Aufwirbelung von Straßenstaub: „Auch die Linzer Luft ist besonders in den Wintermonaten durch Grenzwertüberschreitungen belastet“ betont die KPÖ-Gemeinderätin in ihrer Anfrage.

Während deutliche Emissionsverringerungen bei der Großindustrie und durch Umsetzung der Energiewende mit dem Ausstieg aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas erfolgten, bleibt als Hauptauslöser für Schadstoffe der motorisierte Verkehr, der 84 Prozent der Feinstaubemissionen verursacht. Handlungsbedarf ist daher sowohl grundsätzlich zur Vermeidung von Gefahren für die Gesundheit und damit im Sinne der Lebensqualität geboten.

Die KPÖ will mit ihrer Anfrage nun wissen, welche Maßnahmen getroffen werden um die Belastung durch Feinstaub in Linz weiter zu reduzieren und mögliche Strafzahlungen zu verhindern. Weiters wird gefragt, welche Maßnahmen insbesondere beim Hauptverursacher Autoverkehr überlegt werden.