Vor dem Hintergrund der Debatte über antisemitische Texte im Liederbuch der Burschenschaft Germania in Wiener Neustadt und den dadurch ausgelösten Rücktritt des nö FPÖ-Landeschefs Udo Landbauer ist die Frage berechtigt, welche politischen Leichen die Burschenschaften noch im Keller haben, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Dabei geht es nicht nur um die höchst dringende Wiederaufnahme der 2000 eingestellten Beobachtung der Burschenschaften durch den Verfassungsschutz und die Einstellung von Subventionen, sondern auch die Aufwertung und Legitimierung der Burschenschaften durch Politik und Wirtschaft. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist gefordert, „seinen“ Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zu überzeugen, dass die Beobachtung von antisemitischen, rechtsextremen bis neonazistischen Umtrieben und Verfilzungen der Burschenschaften im Sinne der politischen Hygiene ein Muss ist.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über die Burschenschaften fordert die KPÖ einmal mehr LH Thomas Stelzer (ÖVP), den Rektor der Johannes-Kepler-Universität, Meinhard Lukas, sowie den Linzer Stadtpolizeikommandanten Karl Pogutter (SPÖ) dringend auf ihre Teilnahme am Burschenbundball am 3. Februar im Linzer Vereinshaus abzusagen und auch keine Vertretungen zu entsenden.

Ebenso kritisiert die KPÖ die Unterstützung des deutschnationalen Rummels durch das Sponsoring namhafter Unternehmen: „Dass FPÖ-nahe Firmen, Steuerberater oder Rechtsanwälte den Burschenbundball sponsern ist angesichts der Verfilzung zwischen Burschenschaften und FPÖ nicht verwunderlich. Anders ist das allerdings bei renommierten Unternehmen“ kritisiert Furtlehner. So unterstützen die Oberbank, die Sparkasse, die OÖ Wohnbau und die Wohnbau2000 als Sponsoren den Burschenbundball. In früheren Jahren sponserten zudem auch die Energie AG, gwb, Hypo OÖ, Oberösterreichische Versicherung und Raiffeisen Landesbank diesen Ball. Die KPÖ fordert daher diese Firmen auf, künftig kein Sponsoring des deutschnationalen Burschenbundballs mehr zu leisten.