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Bgm. Luger: „Straßenbahn devastiert Linz“

  • Dienstag, 14. November 2017 @ 07:43
Verkehr Während die überwiegende Mehrheit der vielen neu entstandenen Tramwaystädte in Europa die neuen Linien zu einer ausgeprägten Aufwertung des Stadtumfeldes genutzt hat und damit ein neues Mobilitätsgefühl eingekehrt ist, redet der Linzer Bürgermeister von einer Devastation seiner Stadt durch den umweltfreundlichen Verkehr.

So weit sind wir schon gekommen, dass in einer Stadt, die in den letzten Jahrzehnten vom motorisierten Individualverkehr geradezu überrollt wurde (seit 1990 40.000 mehr Kfz in der Stadt (+44 %), 40.000 mehr Einpendler mit dem Kfz (+38 %) und 7.000 mehr Tiefgaragen in der Stadt (+240 %)), Versuche, diese Fehlentwicklung umzukehren, mit völlig unqualifizierten Aussagen kommentiert werden.

In Europa muss man schon weit schauen, eine Stadt in der Größe von Linz zu finden, die sich in der heutigen Zeit noch (mit dem Westring) eine extrem teure Stadtautobahn leisten will und dann auch noch die Straßenbahn in der durch die A26 (vermeintlich) entlasteten Innenstadt eine Ebene tiefer legen will, was weitere Hunderte Millionen Euro verursacht.

Mit welchem Recht glaubt die Politik, dass die öffentlichen Flächen fast ausschließlich für den motorisierten Individualverkehr gepachtet sind, wo doch der Schienenverkehr auf der gleichen Fläche mindestens 10 mal mehr Personen transportieren kann als der Pkw-Verkehr? Den Luxus, dass Autos auf Hauptachsen des Verkehrs 23 Stunden am Tag den Platz verstellen, wird man sich in Zukunft nicht mehr leisten können.

Unabhängige Prüfung immer erforderlich!

Ein Sinnbild des leichten Umgangs mit dem nicht vorhandenen Geld finden wir auch die Aussage des Bürgermeisters, dass die momentane Prüfung des Landesrechnungshofes zum falschen Zeitpunkt kommt. Wann wenn nicht jetzt? Durch die geplante Parallelführung der Mühlkreisbahn im Tunnel hat sich eine wesentliche Projektänderung ergeben, deren Auswirkung und Sinnhaftigkeit genau geprüft werden muss. Wir befinden uns jetzt in einer Projektphase, wo die höchsten Einsparungen – und da spricht alles für eine oberirdische Führung - noch möglich sind. Nach der Einreichplanung wird man ein Abweichen vom Tunnelkurs schon gar nicht mehr akzeptieren.

Weder die Fachleute des Landes OÖ noch die der Linz Linien würden die Straßenbahn in diesem Ausmaß unterirdisch führen, die derart lange Tunnelführung ist weitgehend eine politische Vorgabe.
Symptomatisch ist, dass der Bürgermeister in seiner Aussendung technische Fragen elegant beiseite wischt und sich gar nicht mit ihnen beschäftigen will sondern nur seine Tunnelstraßenbahn einfordert. Absurd ist auch die Aussage, dass ganze Alleen gerodet werden müssen. Solche Aussagen können nur kommen, wenn man nicht in ausreichendem Maße Varianten prüft und von vornhinein sich auf eine Linie einigelt.

Wenn man jetzt u.a. die nicht vorhandene Leistungsfähigkeit der Kreuzung Untere Donaulände / Gruberstraße anführt, dann gibt es auch dafür eine sehr viel kostengünstigere Lösung: Der Kfz -Verkehr sollte dort in der Linie der Unteren Donaulände abtauchen, weil dieser doppelt so steil fahren kann und keine teuren unterirdische Haltstellen braucht. Wenn man hier eine Hauptrelation des Kfz herausnimmt, dürfte die Kreuzung auch nicht viel schwieriger sein als so manch andere Kreuzung in Linz, wo neben dem Autoverkehr auch die Tram drüber geführt werden muss.
Und wenn man hier gar nicht weiter kommt, dann muss man auch noch einmal die geplante Trasse der City-S-Bahn ins Auge fassen, wo man auf geradem Wege in Richtung Krankenhausviertel gelangt.

Damit ist in gleichem Maße die Durchgängigkeit der 2. Straßenbahnachse gegeben und die Hauptgebiete AKH/UKH und Grüne Mitte direkt angeschlossen, die Tabakfabrik auf der anderen Seite und nur die Verbauung der Frauenklinik ein bisschen weiter entfernt. Die Gruberstraße kann man auch mit Bussen weiterhin sehr gut erschließen, die dann mit der weiter östlich laufenden Straßenbahnachse verknüpft werden können.

Kombilösung: Oberirdische 2. Straßenbahnachse plus neue S-Bahn Achse auf Hafenbahn

Die „Initiative Verkehrswende jetzt!“ fordert daher alle politisch Verantwortlichen in Stadt und Land zum Umdenken auf und sich für bessere und zukunftsfähigere Lösungen zu öffnen: Wir brauchen eine Kombilösung von oberirdischer 2. Straßenbahnachse und eine neue S-Bahn-Achse über die weitgehend bereits existierende Trasse der Hafenbahn. Das erschließt mit dem Hafenviertel ein zusätzliches aufstrebendes Stadtgebiet mit einer 3. Schienenachse. Und das um viel weniger Geld als mit der unterirdischen Schienenachse, wo Straßenbahn und S-Bahn nur mit Gewürge gemeinsam fahren werden können. Also: Mehr Leistung für weniger Geld – dem darf sich eine verantwortungsbewusste Politik nicht verschließen! Und das hat auch der Landesrechnungshof in seine aktuelle Prüfung aufzunehmen.

Infos: www.verkehrswende-jetzt.at


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