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Studie über das Areal der Uni Linz in der NS-Ära

  • Mittwoch, 12. Juli 2017 @ 09:10
News Mit der am 22. Juni 2017 erfolgten Studienpräsentation „Zur Geschichte von Gelände und Umfeld der Johannes Kepler Universität Linz, unter besonderer Berücksichtigung der NS-Zeit im Raum Auhof-Dornach“ des Historikers Hermann Rafetseder und einer Ausstellung dazu wurde ein von KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn bei der Gemeinderatssitzung am 23. April 2015 gestellter Antrag realisiert.

Die KPÖ hatte damit anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus im Frühjahr 1945 den Umgang der Stadt Linz und der Johannes-Kepler-Universität mit dem von 1941 bis 1945 bestehenden sogenannten „Russenlager“ auf dem Areal in Linz-Auhof, auf welchem sich heute der Science Park befindet, thematisiert.

2016 feierte die Johannes-Kepler-Universität ihr 50jähriges Bestehen. Das Gelände auf dem sie errichtet wurde, hat eine Vorgeschichte, die mit der Stadtgeschichte in der Zeit des NS-Regimes dicht verwoben ist. So wurde etwa der Science Park auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Auhof errichtet. In unmittelbarer Umgebung befanden sich in der NS-Zeit zwei weitere Lager.

Die wirtschaftliche Bedeutung der zur Zwangsarbeit eingesetzten Kriegsgefangenen und der sogenannten „FremdarbeiterInnen“ waren gerade für Linz enorm, etwa beim Einsatz in der Schwerindustrie oder im Wohnbau. Die bedrückende Lebenssituation der von Zwangsarbeit betroffenen Menschen ist Gegenstand der aktuellen historischen Forschung zur NS-Zeit. Spätestens ab 1942 waren auch sowjetische Kriegsgefangene im Lager Auhof interniert, wie die Fotoserie „Russenlager Auhof“ nachweist. Besonders diese Gruppe von Gefangenen hatte einen besonders niedrigen Status und geringe Überlebenschancen, ihre Mortalitätsrate lag bei 57,8 Prozent.

Gemeinderätin Grünn hatte 2015 die ausstehende Auseinandersetzung der Johannes-Kepler-Universität mit der Vorgeschichte ihres Standorts als Motiv für ihren Gemeinderatsantrag angeführt. Weder die offizielle Chronik der JKU, noch bei ihrer Gründung verfasste Beiträge nahmen nämlich bislang Bezug auf die auf oder neben dem Universitätscampus befindliche Lager: „Natürlich kann argumentiert werden, dass in einer so stark von der NS-Zeit geprägten Stadt wie Linz, historisch belastete Gelände von einer Nutzung nicht ausgeschlossen werden können. Das entbindet aber nicht von der Verpflichtung mit solchen Orten sensibel umzugehen und nicht stillschweigend auf Stätten historischen Unrechts Parkplätze zu betonieren“ so Grünn 2015 zu ihrem Antrag.

Der Jurist Christopher Frank hatte dazu die Hintergründe der Kriegsgefangenenlager auf dem heutigen Uni-Areal in Linz-Auhof aufgearbeitet, die mit Kompetenzverschiebungen zwischen SS und Wehrmacht und teilweise auch mit Arisierungen verbunden waren und stellvertretend für die zeitweise über 40 derartigen Lager im Linzer Stadtgebiet stehen.

Der einstimmig beschlossene Antrag der KPÖ umfasste eine Resolution an den Rektor der Johannes-Kepler-Universität, in welcher in Hinblick auf das 50jährige Jubiläum der Universität im Jahre 2016 ersucht wurde, Maßnahmen zu einer fundierten Aufarbeitung der Vorgeschichte des Campus bezüglich der NS-Zeit einzuleiten sowie eine würdige und angemessene Form des Gedenkens an die Opfer von Zwangsarbeit auf dem Campus zu finden. Dies sollte laut Antrag in Kooperation mit der Stadt Linz erfolgen. Die nunmehr vorliegende Studie von Hermann Rafetseder kann bei der KPÖ als PDF-Version bezogen werden.


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