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MKÖ und Antifa-Netzwerk kritisieren rechtsextremes Konzert in Kremsmünster

  • Donnerstag, 27. April 2017 @ 16:43
Antifa Scharfe Kritik üben das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) daran, dass am Samstagabend in der Bezirkssporthalle Kremsmünster ein Konzert der kroatischen Band „Thompson“ stattfinden soll: „Es geht uns natürlich nicht um Musikgeschmack, sondern um die ultranationalistischen, rechtsextremen und antisemitischen Inhalte, für die „Thompson“ steht“, sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi.

Bezeichnenderweise kommt schon der Name der Band von einer Maschinenpistole, die Sänger Marko Perković im Kroatienkrieg verwendet hat. „Thompson“ verherrlicht den mörderischen Ustascha-Faschismus. Bei Konzerten wurde u.a. das Ustascha-Lied „Jasenovac i Gradiška Stara“ vorgetragen, in dem positiv Bezug genommen wird auf die Tötung von Hunderttausenden Juden und Serben in den Konzentrationslagern Jasenovac und Stara Gradiška. Perković bestritt nach einem entsprechenden Medienbericht, dieses Lied gesungen zu haben. Nachdem später eine Aufnahme im Internet erschien, musste er es jedoch zugeben.

Die Band wird wegen ihrer rechtsextremen Inhalte von internationalen Protesten und zahlreichen Auftrittsverboten begleitet. Solche Verbote gab es u.a. in der Schweiz, in den Niederlanden und in Istrien. 2009 hat der damalige kroatische Staatspräsident Stjepan „Stipe“ Mesić ein von der Schweiz verhängtes Einreiseverbot ausdrücklich unterstützt.

„Es wäre eine Schande, wenn Juden- und Serbenhasser ihre menschenverachtende Ideologie in der Bezirkssporthalle Kremsmünster verbreiten dürften!“, stellt MKÖ-Vorsitzender Mernyi fest. „Im Namen der Mauthausen-Überlebenden fordere ich die Verantwortlichen in Oberösterreich – besonders den Landeshauptmann, den Bürgermeister und den Gemeinderat von Kremsmünster sowie die Sicherheitsbehörden – dazu auf, alles zu tun, damit dieses rechtsextreme Konzert noch abgesagt wird!“

„In einer Woche werden wieder viele Politiker an den Gedenkfeiern zur Befreiung des KZ Mauthausen und seiner Außenlager teilnehmen“, sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, dem 79 Organisationen angehören. „Glaubwürdig wird ihr „Nie wieder“ nur dann sein, wenn sie dafür sorgen, dass öffentliche Einrichtungen nicht für ewiggestrige Inhalte missbraucht werden. Ob Faschismus nun österreichische, türkische, kroatische oder sonstige Wurzeln hat – eine Demokratie muss ihn konsequent bekämpfen.“

Info: www.mkoe.at




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