FĂŒr die Gemeinderatssitzung am 2.3.2017 hat KPÖ-GemeinderĂ€tin Gerlinde GrĂŒnn eine Anfrage an StadtrĂ€tin Eva Schobesberger (GrĂŒne) zum Thema Lichtkataster eingebracht. Der Wortlaut der Anfrage: Sehr geehrte Frau StadtrĂ€tin, Ende 2016 wurde von der Umweltabteilung des Landes OÖ ein Lichtkataster Online gestellt. Diese Plattform zeigt mit 23 Messstationen, davon fĂŒnf in Linz, den Umfang der Lichtbelastung und das Potenzial fĂŒr Licht- und damit auch Energieeinsparung auf.

Die Abstrahlung von Licht nach oben entspricht dem Verbrauch von rund 6.000 Haushalten, wobei Straßenverkehrsanlagen mit einem Drittel und BetriebsflĂ€chen mit einem Viertel die Hauptemittenten sind. Es wird geschĂ€tzt, dass 5,7 MW oder 24,8 GWh an Licht nach oben abgestrahlt wird, was ca. 15 W pro EinwohnerIn entspricht. Verschiedenen Studien zufolge werden rund acht Prozent der erzeugten Energie fĂŒr die Beleuchtung des öffentlichen Raumes aufgewendet. Neben der zweifellos notwendigen Straßenbeleuchtung hat dieser Aufwand vor allem durch ein Übermaß an Leuchtwerbung, Lichtinstallationen sowie durch die Beleuchtung von GebĂ€uden enorm zugenommen.

Die seit den 1980er Jahren als „light pollution“ bekannte Dauerbeleuchtung als ein Zuviel an kĂŒnstlichem Licht bei Nacht hat WissenschaftlerInnen zufolge bereits gravierende Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen angenommen. Störendes Licht in der Nacht wirkt sich demnach auf das Immunsystem aus und stört wichtige natĂŒrliche KreislĂ€ufe und Verhaltensweisen, etwa von nachtaktiven Tieren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Lichtverschmutzung sogar als Krebsrisikofaktor definiert.

Laut Robert Wagner, PrĂ€sident der International Dark Sky Association könnte ein großer Teil dieser „Lichtverschmutzung“ durch intelligente Methoden eingespart werden. Der niederlĂ€ndische Philips-Konzern hat Ende 2010 das Produkt LumiMotion zur Senkung der Lichtverschmutzung im öffentlichen Raum und Einsparung unnötiger Energiekosten vorgestellt.

Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfrage:

Sehr geehrte Frau StadtrĂ€tin, welche Erfahrungen gibt es bislang mit dem Lichtkataster der Umweltabteilung des Landes seitens der Stadt Linz? Welche Maßnahmen werden von der Stadt ergriffen, um die Lichtverschmutzung durch Reduzierung von Licht und damit Energie in den Nachtstunden zu reduzieren? Welche Maßnahmen werden in Hinblick auf die Wirtschaft unternommen um unnötige Beleuchtung durch Lichtwerbung etc. zu reduzieren?

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen,
GR MagÂȘ Gerlinde GrĂŒnn

Die schriftliche Beantwortung der Anfrage durch StR. Schobesberger: http://ooe.kpoe.at/files/anfragen/201...utzung.pdf