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Kalter Winter zeigt Brisanz der Energiearmut

  • Dienstag, 21. Februar 2017 @ 11:45
News Teilweise hohe Nachzahlungen durch den erhöhten Energieverbrauch durch den heuer vergleichsweise deutlich kälteren Winter verdeutlichen die Problematik der Energiearmut einmal mehr, meint der oberösterreichische KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner, Mitglied des KPÖ-Bundesvorstandes.

Laut Angaben der städtischen Linz AG ist der Energieverbrauch bei Heizkosten um zehn bis 15 Prozent höher als in den drei Vorjahren und müssen viele der 45.000 Gas- und 74.000 Fernwärmekunden mit Nachzahlungen bis 150 Euro rechnen. Auch die Welser eww-Gruppe rechnet mit einem Mehrverbrauch von 20 Prozent für ihre 13.000 Fernwärme- und 10.000 Gaskunden.

Laut der Agentur E-Control geben die Haushalte im Durschnitt 4,6 Prozent ihres Einkommens für Energie (Heizen, Warmwasser, Kochen, Licht) aus. Das differiert allerdings zwischen 22,8 Prozent (energiearme Haushalte), 9, 9 Prozent (niedrige Einkommen), 5,3 Prozent (mittlere Einkommen) und 3,2 Prozent (hohe Einkommen). Im Jahre 2014 waren laut Statistik Austria 117.000 Haushalte, das sind 3,1 Prozent von 3,7 Mio. Haushalte sind von Energiearmut betroffen. Hatten 2014 energiearme Haushalte ein Medianeinkommen von 10.700 Euro, die nicht-energiearmen Haushalte 23.550 Euro jährlich.

Der Energieverbrauch für Wohnzwecke lag in energiearmen Haushalten mit durchschnittlich 23.370 Kilowattstunden (kWh) – davon 18.080 kWh für Heizen und 1.980 für Warmwasser – jährlich deutlich über dem Durchschnitt von 18.360 kWh – davon 12.130 kWh für Heizen und 2.930 für Warmwasser. Die dafür anfallenden Energiekosten entsprechend mit durchschnittlich 2.590 Euro pro Jahr um rund 40 Prozent über dem Durchschnitt aller Haushalte von 1.870 Euro.

Der Unterschied beim Energieverbrauch für Heizen bzw. Warmwasser verdeutlicht, dass energiearme Haushalte keine Energieverschwender sind, sondern einen hohen Energieaufwand haben um die Wohnung einigermaßen warm zu halten. Das wird auch dadurch bestätigt, als die unterste Einkommensgruppe öfter mit Öl heizen muss (21 gegenüber 14 Prozent in nicht-energiearmen Haushalten), in älteren und schlecht isolierten Gebäuden lebt (52 gegenüber 32 Prozent leben in vor 1960 errichteten Gebäuden) und überdurchschnittlich oft alleinstehend ist (67 gegenüber 34 Prozent).

Wie auch E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer konstatiert betreffen Energiekostenanstiege energiearme Haushalte besonders, da sie einen größeren Energieverbrauch haben. Daher ist neben Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit die Leistbarkeit von Energie die entscheidende Frage. Bei aller Wertschätzung für Beratung zum Energiesparen geht jedoch die Absicht von E-Control, das Problem der Energiearmut durch Erhöhung des Bewusstseins für Energieverbrauchs durch die ab 2019 flächendeckend installierten Smartmeter zu lösen am Kern des Problems vorbei. Ganz abgesehen von der mit Smartmeter verbundenen Gefahr einer verstärkten Kontrolle der Haushalte und Lebensgewohnheiten ändern sie nichts am Energiepreis.

Die Teilbefreiung für Haushalten mit Anspruch auf die ORF-GIS-Gebührenbefreiung reduziert die Ökostromkosten von 100 auf 20 Euro im Jahr. Dass dies nur von 123.000 der rund 300.000 anspruchsberechtigten Haushalte genützt wird, zeigt dies gleichzeitig aber auch die Problematik der Preisgestaltung mit erneuerbarer Energie.

Im Rahmen der allgemeinen Armutsproblematik - 1,18 Mio. Menschen gelten als armutsgefährdet, davon leben 385.000 Menschen in manifester Armut – gilt die Energiearmut als besonders brisant, leben doch laut Caritas 220.000 Menschen in Wohnungen die nicht angemessen warmgehalten werden können und stellt sich doch für die Betroffenen täglich die Frage, ob sie ihr Geld für Essen oder Heizen ausgeben sollen.

Diese Fakten bestätigen die Forderung der KPÖ-Oberösterreich nach einer Energiegrundsicherung sowie als Sofortmaßnahme ein Abschalteverbot von Strom und Gas für Haushalte. Das mittlerweile auch von AK, Armutskonferenz, Grünen, SPÖ und Volkshilfe aufgegriffene Thema Energiearmut bestätigt die von der KPÖ bereits 2007 erhobene Forderung nach einer Energiegrundsicherung.

Das Konzept der KPÖ sieht vor, den Grundbedarf an Energie – laut AK Wien 2.200 kWh Strom und 800 Kubikmeter Gas für einen Zweipersonenhaushalt mit 60 Quadratmeter – kostenlos zu gewähren, die Preise des darüber hinaus gehenden Energieverbrauchs jedoch progressiv zu gestalten, um zum Energiesparen anzuregen. Angesichts der Profite der Energiewirtschaft hält die KPÖ ein solches Modell für finanzierbar.

Als Ergänzung bzw. Sofortmaßnahmen verlangt die KPÖ die Abschaffung der Grundgebühren bei Strom und Gas welche kleine Verbraucher_innen benachteiligen und große begünstigen sowie eine amtliche Preisregelung für Energie. Ebenso ist als Sofortmaßnahme zur Entlastung für die von Energiearmut betroffenen Haushalte eine amtliche Preisregelung für Strom und Gas notwendig.


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