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Landespolitik bagatellisiert wüsten Antisemitismus Stelzhamers

  • Mittwoch, 14. Dezember 2016 @ 10:18
News Die KPÖ-Oberösterreich begrüßt die Initiative der Stadt Wien sich mit einer Zusatztafel in der Wiener Stelzhamergasse kritisch mit dem Gedankengut des oberösterreichischen „Landesdichters“ Franz Stelzhamer (1802-1874) auseinanderzusetzen. Grundlage dafür ist der Bericht einer Expertenkommission unter Leitung des Historikers Oliver Rathkolb zur kritischen Auseinandersetzung mit 28 antisemitisch bzw. nationalsozialistisch gesinnten Personen, nach welchen Wiener Straßen benannt sind.

„Auch in Oberösterreich besteht dringender Handlungsbedarf in dieser Hinsicht“ konstatiert KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner, zumal sich von österreichweit 78 nach Stelzhamer benannten Verkehrsflächen allein 68 in Oberösterreich befinden. Von der Unzahl Stelzhamer gewidmeter Denkmäler oder nach ihm benannten Schulen etc. gar nicht zu reden. Im Linzer Gemeinderat wurde diese Frage 2011 von der KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn durch einen Antrag thematisiert, der jedoch an der Stimmenthaltung der SPÖ gescheitert ist, die damit ähnlich wie bei der Kritik am „Turnvater“ Jahn der FPÖ die Mauer macht.

Seit vielen Jahren macht der Schriftsteller und Landeskulturpreisträger Ludwig Laher auf die dunkle Seite des „Landesdichters“ aufmerksam und hat damit den Anstoß für eine höchst notwendige Debatte über dessen rabiaten Antisemitismus geliefert. Ähnlich wie der nach wie vor von der FPÖ und dem ihr nahestehenden Turnerbund als Idol gepflegte „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn agierte der gerne als „lustige Franzl aus Piesenham“ dargestellte Stelzhamer extrem fremdenfeindlich und war mit seiner Haltung ein geistiger Vorläufer des NS-Faschismus und dessen Vernichtungspolitik. Für Stelzhamer waren Welsche, Slawen, Zigeuner, Windische und natürlich Juden ein klares Feindbild. Stelzhamer vertrat einen auch über die für die damalige Zeit weit hinausgehenden besonders wüsten biologischen Antisemitismus, der Juden als Ungeziefer, ergo als zu vernichten darstellte.

Der wachsenden Kritik Rechnung tragend musste notgedrungen auch LH Josef Pühringer (ÖVP) einräumen „Wir müssen klar bekennen: Ja, es gibt antisemitische und politisch bedenkliche Texte von Franz Stelzhamer.“ Allerdings erschien die vom Land in Auftrag gegebene Dokumentation „Der Fall Franz Stelzhamer“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Konsequenzen in Hinblick auf die Benennung von Straßen und Schulen oder die zahlreichen Stelzhamer-Denkmäler gab es bislang überhaupt nicht.

„Es ist auch eine Schande, dass der Text der oberösterreichischen Landeshymne vom bekennenden Antisemiten Franz Stelzhamer stammt“ meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner weiters. Mit seiner Kritik an der Landeshymne hatte auch Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder einen wunden Punkt berührt, wie die allergischen Reaktionen der Landespolitik bewiesen. Auch wenn der Text des „Hoamatland“ (Text: Franz Stelzhamer, Musik: Hans Schnopfhagen) keine antisemitischen Aspekte aufweist, kann der Verfasser und dessen Geisteshaltung nicht ausgeblendet werden. Die KPÖ fordert daher seit langem eine Änderung des Textes oder besser noch die Abschaffung der 1952 vom Landtag einstimmig gesetzlich verankerten Landeshymne.


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