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Pfeiffer-Konzern schickt Zielpunkt in die Pleite

  • Donnerstag, 26. November 2015 @ 16:14
News Es ist schon eine besondere Kaltschnäuzigkeit, wenn die Pfeiffer-Gruppe in Traun, seit 2012 Eigentümer der um 50 Mio. Euro erworbenen Supermarktkette den 2.500 Zielpunkt-Beschäftigten weder November-Gehalt noch Weihnachtsgeld zugesteht, sondern auf den Insolvenzentgeltfonds verweist, kritisiert KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.

Aus dem Fonds sollen nun ausständige Lohnkosten von 6,1 Millionen Euro monatlich sowie Weihnachtsgeld und die Abfertigungen übernommen werden: „Dass die Unternehmensbeiträge für diesen Fonds auf Betreiben der Wirtschaft beim Arbeitsmarktgipfel der Regierung als Teil der Senkung von Lohnnebenkosten ab 2016 von 0,45 auf 0,35 Prozent der Lohnsumme reduziert werden und damit trotz steigenden Bedarf die Leistungsfähigkeit des Fonds verschlechtert wird, zeigt zusätzlich, dass die vielzitierte Verantwortung der Wirtschaft in der Praxis blanke Verantwortungslosigkeit ist“ kritisiert Furtlehner.

Verschärft wird die Zielpunkt-Pleite dadurch, dass Geschäftsführung und Eigentümer noch vor wenigen Wochen behaupteten, die wirtschaftliche Entwicklung der Supermarktkette laufe besser als geplant, mit der jetzt überfallsartig verkündeten Insolvenz also ein bösartiges Spiel mit den Beschäftigten gespielt haben. Zielpunkt weist ein negatives Eigenkapital von 36,4 Millionen Euro aus und konnte nur durch eine Unterstützungserklärung und nachrangige Kredite des Mutterkonzerns überleben. Nun wird argumentiert, dass Zielpunkt selbst mit einem Kapitalzuschuss von 60 Millionen Euro bis 2020 die Gewinnzone verfehlen würde. Geschäftsführung und Konzernvertreter behaupten, sie würden rechtswidrig handeln, wenn sie Zielpunkt nicht in die Insolvenz schicken.

Gleichzeitig wird betont, dass die Pfeiffer-Gruppe mit 2.200 Mitarbeitern (ohne Zielpunkt) gut aufgestellt und in der Gewinnzone sei und sich für „einzelne“ der 229 Zielpunkt-Filialen auch die zu Pfeiffer gehörenden Unimärkte interessieren. Im Klartext also zumindest teilweise ein Konzernumbau erfolgt, bei dem lästige Kosten vom Fonds oder als Folgekosten für arbeitslos gewordene Beschäftigte von der Allgemeinheit abgegolten werden sollen. Beschwichtigende Aussagen des Zielpunkt-Managements, dass es genügend Interessenten für die Filialen gäbe werden dadurch relativiert, dass in Teilregionen führende Handelskonzerne aus kartellrechtlichen Gründen keine zusätzlichen Filialen mehr übernehmen dürfen, so etwa Rewe in Ostösterreich.

Der Pfeiffer-Konzern (laut trend-TOP500 1,3 Mrd. Euro Umsatz, 6.500 Beschäftigte) hat überall im regionalen Handel die Finger drin. Neben der nun insolventen Zielpunkt-Kette betreibt die Familie Pfeiffer die Nahversorger-Ketten Unimarkt und Nah&Frisch, ist über die Pluvius Privatstiftung Mehrheitseigentümer an der PlusCity in Pasching und hat eine Minderheitsbeteiligung an der Lentia City in Linz-Urfahr. Der Verkauf des Großhandels C+C Pfeiffer an den Schweizer Coop-Konzern soll zusätzlich Geld in die Kasse spülen, nachdem Auslandsabenteuer in Kroatien und Belarus gescheitert sind. Auf der trend-TOP100-Liste der hundert reichsten Österreicher_innen rangiert die Familie Pfeiffer mit einem Vermögen von 770 Mio. Euro auf Platz 43.

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