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Die KPÖ gedenkt der „Welser Gruppe“

  • Montag, 27. April 2015 @ 09:31
News Die KPÖ-Oberösterreich gedenkt zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus der in der Nacht vom 28. zum 29. April 1945 im Konzentrationslager Mauthausen auf ausdrücklichen Befehl von NS-Gauleiter August Eigruber ermordeten „Welser Gruppe“.



Bei dieser letzten Mordaktion der SS wurden zu einem Zeitpunkt als der Osten Österreichs bereits von der Roten Armee befreit und am 27. April 1945 in Wien die 2. Republik proklamiert worden war 42 Antifaschisten ermordet. Neben Revolutionären Sozialisten, Katholiken, ehemaligen Anhänger der großdeutschen Bewegung und Angehörigen des Heimatschutzes waren der Großteil dieser Widerstandsorganisation Kommunisten. Nur ein einziger, der Welser Richard Dietl, konnte dem Massaker entkommen.

Eines der Opfer bei dieser Mordaktion war auch Josef Teufl (1904-1945), seit 1933 Landesobmann der illegalen KPÖ. Laut Eigrubers Weisung wurde die Ermordung der Antifaschisten kurz vor der am 5. Mai 1945 erfolgten Befreiung des KZ Mauthausen durch die US-Army damit gerechtfertigt die Hinrichtung sei durchzuführen „damit die Alliierten in den Alpengauen keine aufbauwilligen Kräfte vorfinden.“

Von der Gestapo wurde die „Welser Gruppe“ als Landesleitung der KPÖ bezeichnet. Aus einem dem Gestapo-Bericht „Stand der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs, Gebiet Oberdonau im September 1944“ angeschlossenen Planskizze geht hervor, daß in dieser Organisation 158 Männer und Frauen tätig gewesen waren und verhaftet worden sind, die vor allem bei der Reichsbahn und einigen anderen größeren Betrieben tätigen waren.

Die „Welser Gruppe“ war auch in Stadl-Paura, Lambach, Laakirchen, Gschwandt, Gmunden und Ebensee verankert und hatte Verbindungen nach Linz und Steyr, wo ab 1942 in den wichtigsten Betrieben illegale Gruppen aufgebaut wurden. Am effektivsten funktionierte die Zusammenarbeit mit Widerständlern aus der Flachsspinnerei Lambach und der Papierfabrik in Steyrermühl, von wo aus durch die Kommunistin Maria Ehmer Verbindungen nach Gmunden und Ebensee aufrechterhalten wurden.

Die Tätigkeit dieser Widerstandsgruppen bestand aus dem Abhören ausländischer Rundfunksendungen und Verbreitung dieser Nachrichten, in der Werbung von neuen Mitkämpfern sowie der Sammlung von Geldern für Angehörige von Opfern und weiters konspirativen politischen Beratungen über die jeweilige Lage.

Durch eigene Sorglosigkeit, Missachtung konspirativer Maßnahmen und Einschleusung von Spitzeln gelang es der Gestapo im September 1944 einen wesentlichen Teil dieser Widerstandsorganisation aufzudecken und in einer großangelegten Aktion zu verhaften. Etwa 40 Prozent der verhafteten Männer und Frauen dieser Organisation wurden bei Verhörmethoden der Gestapo, im Konzentrationslager, durch Folterungen, Erschießungen, Erstickungen in den Gaskammern oder durch Bombenangriffe der amerikanischen Luftwaffe, die unter anderem das Gefängnis in Linz bombardierte, getötet. Nur die Organisation des inneren Salzkammergutes blieb durch besondere Vorsichtsmaßnahmen von dieser Verhaftungswelle verschont.

An die „Welser Gruppe“ erinnert eine 2001 auf Initiative von KZ-Verband und KPÖ-Oberösterreich an der Klagemauer in der Gedenkstätte des KZ Mauthausen angebrachte Gedenktafel. Ebenso wird der Opfer auf der Gedenktafel im Pollheimerpark in Wels gedacht. Nach dem in Mauthausen ermordeten KPÖ-Landesobmann Josef Teufl ist im Linzer Stadtteil Bindermichl eine Straße benannt.

In Oberösterreich verloren ungefähr 160 Kommunist_innen ihr Leben im Kampf gegen den Nazi-Faschismus, sei es in Gefängnissen und Konzentrationslagern, im Kampf der spanischen Republik oder in den Reihen der alliierten Armeen, bundesweit waren es über 2.000 Kommunist_innen. Die KPÖ, neben ÖVP und SPÖ eine der drei Gründerparteien der 2. Republik, hatte von allen Parteien den größten Anteil am Widerstand. Sie hatte die Forderung der vier Alliierten im „Moskauer Memorandum“ vom Oktober 1943, wonach das Wiedererstehen eines eigenständigen, unabhängigen Österreich vom „eigenen Beitrag“ abhängig sein werde, ernst genommen hatte.



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