Während Verkehrsreferentin VBgm. Karin Hörzing (SPÖ) bei der Gemeinderatssitzung am 5. März 2014 die Anfrage von KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn zum Thema „Autofreier Hauptplatz“ recht unverbindlich beantwortete und das Projekt als sehr erfolgreich bewertete gibt es von der Polizei gegenteilige Informationen. Wie Chefinspektor Franz Styl von der Polizeiinspektion Landhaus gegenüber der Tageszeitung „Österreich“ erklärte haben sich die Autofahrer_innen nämlich noch immer nicht an das geltende Fahrverbot an Wochenende gewöhnt „aber es wird langsam besser“. So werden an Sonntagen immer noch rund 30 Autolenker_innen erwischt, welche die Durchfahrtssperre am Wochenende missachten. Zu Beginn des im Sommer 2013 begonnenen Projekts waren es sogar 80 pro Sonntag, wobei davon auszugehen ist, dass die tatsächliche Zahl der „schwarzen Schafe“ höher ist, weil die Polizei den Einzugsverkehr auf den Hauptplatz nicht durchgehend überwacht.

Gemeinderätin Grünn hatte in ihrer Anfrage darauf hingewiesen, dass die geltende Regelung leider nach wie vor von zahlreichen Autofahrer_innen ignoriert wird. So kam es etwa bei der Auftaktkundgebung „Keinen Meter für Pegida“ des Bündnisses „Linz gegen Rechts“ vor dem Alten Rathaus am 8. Februar 2015 zu Behinderungen der sich sammelnden Teilnehmer_innen durch einen nicht unerheblichen Autoverkehr.

Laut Hörzing wird das Fahrverbot – an Samstagen von 18-24 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 0-24 Uhr, Taxis, Busse, Radfahrer_innen und der Anliegerverkehr sind ausgenommen – gut angenommen. Die Bedenken der Wirtschaft seien durch Gespräche ausgeräumt worden, so die Verkehrsreferentin. Zur Normverdeutlichung verwies Hörzing auf die Beschilderung auf der Promenade und am Pfarrplatz, wo es zusätzlich eine Vorankündigung durch eine gelbe Linie gibt und sie meinte, dies sei die „bestbeschilderte Regelung“ in Linz. Kontrollen würden durch die Polizei durchgeführt, Verstöße geahndet.

Eine Evaluierung sei im Verkehrsauschuss am 23. Juni 2014 vorgenommen und am 17. August 2014 eine Dauerlösung vorgeschlagen worden, sodass seither ein Regelbetrieb für die Wochenendsperre erfolgt. Ob und wann es einen ganzjährig autofreien Hauptplatz auch an Werktagen geben wird, wie das in einem Antrag der Grünen wiederholt verlangt wurde, ließ Hörzing allerdings offen.