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Anna Gröblinger (1916-2001): Wegen Hochverrat verhaftet

  • Mittwoch, 10. August 2016 @ 08:00
Biografien Anna Gröblinger, geborene Huber, kam am 10. August 1916 in Linz als ältestes von vier Geschwistern in einer Eisenbahnerfamilie zur Welt und wuchs in der sehr klassenbewußten Umgebung des Franckviertels auf. Ihre Kindheit war von den großen Entbehrungen der Nachkriegsjahre geprägt.

Nach dem Schulbesuch hatte sie keine Möglichkeit einen Beruf zu erlernen. Schon in früher Jugend war sie jedoch politisch tätig. Über die Kinderfreunde, wo sie unter Leitung von Prof. Eduard Macku im Chor sang, und die Roten Falken kam sie zum KJVÖ. Nach den Februarereignissen des Jahres 1934 wurde sie Mitglied der KPÖ, der sie bis zu ihrem Tode angehörte.

Nach der Ausschaltung der Arbeiterbewegung war sie für die KPÖ illegal tätig. Am 23. März 1936 wurde sie nach der Teilnahme an einer Schulung auf der Postalm wegen Verteilung illegaler Druckschriften im Juli 1935 sowie Gründung einer kommunistischen Frauengruppe im Franckviertel verhaftet, wegen Hochverrat im Rahmen eines der größten politischen Prozesse der austrofaschistischen Ära in Oberösterreich mit insgesamt 18 KommunistInnen angeklagt und war bis 23. Juli 1936 in Haft.

1937 kam ihre Tochter Margit zur Welt. Nach der Annexion Österreichs durch Hitlerdeutschland – während der viele ihrer FreundInnen wie Karl Reindl und Gisela Tschofenig-Taurer ermordet wurden - mußte ihr Mann Alois Gröblinger nach Albanien einrücken, Anna Gröblinger wurde nach Andorf evakuiert und kam erst nach Kriegsende in die zerstörte Wohnung zurück. Für ihre Aktivitäten im antifaschistischen Widerstand wurde sie mit dem Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs ausgezeichnet.

1946 wurde ihre zweite Tochter Renate geboren. Nach ihrer Scheidung im Jahre 1950 war Anna Gröblinger Alleinerzieherin und arbeitete in der Linzer Tabakfabrik viele Jahre an der Stopfmaschine. Gestützt auf ihr herzliches und hilfsbereites Wesen war sie mehrere Jahre auch Betriebsrätin. Auch nach ihrer Pensionierung blieb Anna Gröblinger politisch aktiv, unter anderem als Mitglied des KZ-Verbandes.

Trotz schwerer Krankheit in ihren letzten Lebensjahren zeigte sie einen unermüdlichen Lebenswillen. Anna Gröblinger starb am 23. September 2001 nach längerem schweren Leiden in Linz im 86. Lebensjahr als Folge eines unglücklichen Sturzes kurz vor ihrem 85. Geburtstag, von dem sie sich nicht mehr erholte.




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