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Lenzing-Kündigungen: Profite haben Vorrang vor Arbeitsplätzen

  • Freitag, 15. November 2013 @ 15:13
News Einmal mehr bestätigt die jetzt von der Lenzing AG angekündigte Vernichtung von rund 700 Arbeitsplätzen allein in Oberösterreich, dass das von einer schwarzgrünen Koalition geführten Landesregierung, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung seit Jahren hochgejubelte oö Wirtschaftswunder auf Sand gebaut ist, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.

Nach den allein im Jahre 2013 den oö Arbeitsmarkt massiv belastenden Pleiten von Schlecker, Alpine und Doubrava (Attnang) und den Massenkündigungen bei dem zum Siemens-Konzern gehörenden VA Industrieanlagenbau zeigt sich, dass das fast ausschließlich auf den Export orientierte Wirtschaftsmodell immer deutlicher gescheitert ist.

Die Kündigung von 400 Stamm- und 300 Leiharbeitskräften beim Chemiefaserkonzern Lenzing (2012: 2,09 Mrd. Euro Umsatz, 6.739 Beschäftigte, 255 Mio. Euro Gewinn) zeigen auch, dass im gewöhnlichen Kapitalismus letztlich immer die Dividende und nicht die Interessen der arbeitenden Menschen entscheidend sind. Die Vorstand der Lenzing AG ist für Massenkündigungsprogramme bekannt: So wurden bereits 1992 auf Empfehlung der Unternehmensberatung McKinsey rund tausend Arbeitsplätze vernichtet, 1996 auf Empfehlung von Arthur D. Litte wiederum rund 400.

Besonders provokant in diesem Fall ist, dass die Lenzing AG zu 67,6 Prozent (weitere 27,4 Prozent sind Streubesitz, fünf Prozent gehören der Oberbank) im Besitz der B&C-Industrieholding, einer Privatstiftungskonstruktion aus dem Umfeld der Bank Austria, ist. Zu dieser Stiftung gehören weiters Beteiligungen bei Semperit, AMAG, Lotterien, Vamed und Prago. Diese Holding sieht nach eigenem Verständnis die Umsetzung des Stiftungszweckes als Hauptaufgabe, der als „Sicherung des Fortbestands und die Förderung des Wachstums großer, österreichischer Unternehmen als Kernaktionär“ definiert wird.

Von der dazu angeführten „Investition freier Dividendenerträge in die Stärkung und den Ausbau der bestehenden Kernbeteiligungen“ kann freilich keine Rede sein, wenn trotz hoher Gewinne hunderte Beschäftigte gefeuert werden und lieber ein zweistelliger Millionenbetrag für einen Sozialplan aufgewendet wird statt die Arbeitsplätze langfristig zu sichern: „Die hehren Worte der B&C-Stiftung sind in der Realität also nur Schall und Rauch“, meint Furtlehner.

Als Beleidigung für alle Beschäftigten und insbesondere jener die jetzt von der Kündigung betroffen sind sieht die KPÖ die Aussage von Lenzing-Boss Peter Untersperger, das Unternehmen habe in den letzten Jahren „Fett angesetzt“ und daher sei eine „Radikalkur“ notwendig: „Wenn hier jemand Fett angesetzt hat, dann die Aktionäre und das Management“ so Furtlehner. Untersperger hat noch Anfang Oktober hoch und heilig erklärt, dass durch „notwendige Umstrukturierungen“ 97 Prozent der MitarbeiterInnen einen sichereren Arbeitsplatz haben würden.

Eine Provokation sind die Kündigungen auch für die Politik, hat dich das Land dem Unternehmen in der Krise geholfen, eine Haftung übernommen und somit die Konsolidierung und das Wachstum unterstützt. Einmal mehr zeigt sich jetzt, wie Gewinne privatisiert und Verluste wie auch soziale Folgen durch wachsende Arbeitslosigkeit den Steuerzahler_innen aufgehalst werden.

Die Massenkündigungen der Lenzing AG treffen nicht nur die direkt davon betroffenen Beschäftigten in der Region, sondern auch die vom Konzern stark abhängige Gemeinde Lenzing durch den Ausfall von Kommunalsteuer in großer Höhe.




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Schriftsteller, Journalist, Politiker – Franz Kain (1922-1997).
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