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Menschenrechtsstadt Graz darf Auftritt von Frei.Wild nicht zulassen

  • Donnerstag, 28. März 2013 @ 14:19
Antifa „Die Gedenkstätte Mauthausen ist Österreichs wichtigstes Mahnmal gegen Nationalismus und Gewaltverherrlichung“, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). „Die Bedeutung dieses Mahnmals liegt aber nicht nur in der Erinnerung an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte, sondern auch in der Aufforderung, heutige menschenverachtende Strömungen konsequent zu bekämpfen.“

Die Band „Frei.Wild“ hetzt gegen „Gutmenschen“ und Aidskranke, singt mit Inbrunst darüber, wie man andere blutig schlägt, und huldigt in nationalistischen Texten ihrem "Heiligen Land“ Südtirol. Am 10. Mai sollen die Rechtsaußen-Rocker in der Grazer Stadthalle spielen. In Wels wurde ihr Auftritt von der Stadtregierung verhindert, vom deutschen Musikpreis „Echo“ wurde die Band aufgrund ihrer Inhalte ausgeschlossen. Einen Antrag der Grünen im Grazer Gemeinderat, das Konzert in der Stadthalle ebenfalls abzusagen, haben ÖVP, SPÖ und FPÖ niedergestimmt.

„Das ist völlig unverständlich“, kritisiert Mernyi. „Texte wie die von „Frei.Wild“ sind Gift und verleiten manche Jugendliche zum Einstieg in die rechtsextreme Szene. Dass das die FPÖ nicht stört, liegt auf der Hand. Aber weder mit dem christdemokratischen Gedankengut der ÖVP noch mit dem sozialdemokratischen der SPÖ lässt sich die Hetzpropaganda, die die Band verbreitet, vereinbaren.“

Auch das Argument, bei einer Absage des Konzerts drohe der Stadt Graz eine Ausfallshaftung, lässt der MKÖ-Vorsitzende nicht gelten: „Dieses Risiko muss gerade die „Menschenrechtsstadt“ eingehen. Sonst stellt sich nämlich die Frage, was der Stadtregierung die Menschenrechte wirklich wert sind. Namens der überlebenden Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen richte ich an Bürgermeister Siegfried Nagl und Vizebürgermeisterin Martina Schröck den dringenden Appell, den Auftritt von „Frei.Wild“ in Graz keinesfalls zuzulassen!“, schließt Mernyi.


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