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Boom in Eigentumswohnungen wirkt krisenverschärfend

  • Donnerstag, 20. Dezember 2012 @ 10:32
News Die Gefahr einer Immobilienblase, welche die seit 2008 anhaltende Krise weiter zu verschärfen droht, befürchtet die KPÖ durch die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Wohl nicht zufällig hat die deutsche Bundesbank im November in ungewöhnlich scharfen Worten gewarnt, dass Übertreibungen am Wohnungsmarkt zum Tragen kommen und die Finanzstabilität erheblich gefährden könnten.

Ähnlich ist die Lage in der Schweiz, wo sogar die OECD bereits die Regierung aufgefordert hat, Maßnahmen gegen die Bildung einer solchen Immobilienblase zu ergreifen. Auch in Österreich werden die Preise für Eigentumswohnungen hochgetrieben, heuer bereits um acht Prozent, für 2013 wird mit weiteren fünf Prozent gerechnet.

Die Beschwichtigungen des ÖVI (Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft) sind daher völlig fehl am Platz: „Die durch Eurokrise und Angst vor Geldentwertung angeheizte Flucht überschüssigen Kapitals in Immobilien treibt nicht nur die Preise für Wohnungen und damit die Mieten hoch, sondern birgt auch die Gefahr einer Immobilienblase, wie sie in krasser Form 2007 in den USA die große Krise ausgelöst hat und in Spanien akut ist“ meint KPÖ-Kommunalsprecher Leo Furtlehner.

Seit 2000 haben sich die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien faktisch verdoppelt und kosten durchschnittlich bereits 2.700 Euro pro Quadratmeter, neue sogar 3.800 Euro. Das Argument von ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel, dass die Richtwerte seit 2000 um 21 Prozent, der Verbraucherpreisindex aber um 29 Prozent gestiegen ist geht insofern ins Leere, als dabei die willkürlichen Zuschläge beim Richtwert nicht berücksichtigt sind und Mieten von zehn Euro und mehr pro Quadratmeter als Ergebnis des hochgepriesenen „freien Markts“ die bittere Realität sind.

„Dass die Verteuerungen von Immobilien ein mehrfaches der allgemeinen Inflationsrate betragen korrespondiert mit der schon seit Jahren anhaltenden Tendenz, dass Mieten und Wohnkosten weit höher steigen als der Verbraucherpreisindex und ist ein sozialer Sprengstoff“, so Furtlehner. Es ist daher kein Wunder dass der Vorstoß der Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassiliakou (Grüne) für eine Mietzinsbegrenzung auf sieben Euro pro Quadratmeter als „kommunistisch“ und unzulässiger Eingriff in das Privateigentum abgestempelt und auch von der SPÖ blockiert wurde.

Immobilien werden zum Großteil nicht für den Eigenbedarf, sondern als „Vorsorgewohnungen“ und somit als Wertanlage erworben. Die Investoren erwarten daher möglichst hohe Renditen, was einen entsprechenden Auftrieb für die Mieten bedeutet. Laut Experteneinschätzung richtet sich die Begierde von Anlegern zunehmend auf gebrauchte Wohnungen und weniger gute Lagen, weil dort im Gegensatz zu neuen Eigentumswohnungen, Luxuswohnungen oder zentralen Lagen deutlich höhere Renditen von fünf Prozent aufwärts zu erwarten sind. Anleger setzen zudem auch vorwiegend auf diesen Sektor, weil das Ausfallsrisiko bei vielen Mietern geringer ist als bei Bürovermietungen im großen Stil mit wenigen Mietern.

Weil das Übermaß an Reichtum nicht im Sinne sozialer Gerechtigkeit steuerlich abgeschöpft wird, drängt das überschüssige Kapital in möglichst renditeträchtige Veranlagungen. Es ist bezeichnend, dass sich unter den 50 reichsten ÖsterreicherInnen laut „trend“ auffallend viele befinden, deren Vermögen in Immobilien veranlagt ist. Beispiele dafür sind Ingrid Flick (6,8 Mrd. Euro Vermögen), Karl Wlaschek (3,5), Heidi Horten (3,1), Michael Kaufmann (1,65), Melinda Esterhazy (1,14), Franz Mayr-Melnhof (1,1) und zahlreiche andere.

Um diese negative Entwicklung auf dem Immobilienmarkt zu bremsen und sind regulierende Maßnahmen wie die Gestaltung der Grundsteuer als echte Vermögenssteuer durch die Anpassung an den Verkehrswert bei gleichzeitiger Herausnahme derselben aus dem Betriebskostenkatalog, die doppelte Grundsteuer auf als Bauland gewidmete aber nicht binnen fünf Jahren bebaute Grundstücke und Rückwidmung überschüssigen Baulandes in Grünland notwendig.

Darüber hinaus ist auch eine Reform des Mietrechts mit Geltungsbereich für alle Wohnungen und klaren Kategoriemieten entsprechend Baualter und Ausstattung der Wohnungen statt dem Wildwuchs der Richtwerte mit Zu- und Abschlägen notwendig um soziales Wohnungen zu ermöglichen. Grundsätzlich gilt es aber das Übermaß an Reichtum durch eine Vermögenssteuer abzuschöpfen, womit auch die öffentliche Hand mehr Geld für einen öffentlichen Wohnbau zur Verfügung bekommt.


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