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Landespolitik bagatellisiert den wüsten Antisemitismus Stelzhamers

  • Mittwoch, 28. November 2012 @ 08:53
News Im Zusammenhang mit dem 60. Jahrestag der gesetzlichen Verankerung der oberösterreichischen Landeshymne im Jahre 1952 bekräftigt die KPÖ-Oberösterreich neuerlich ihre bereits vor der Landtagswahl 2009 erhobene Forderung nach einer Änderung dieser Hymne.


„Es ist eine Schande, dass der Text der Landeshymne vom bekennenden Antisemiten Franz Stelzhamer stammt“ meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Im Gegensatz zu Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sieht die KPÖ sehr wohl Handlungsbedarf bei der oö Landeshymne und fordert im Sinne einer kritischen Aufarbeitung der eigenen Geschichte eine Änderung, zumindest aber deren Text.

Die offizielle Landespolitik lässt nach wie vor jegliches Problembewusstsein zum wüsten Antisemitismus von Franz Stelzhamer vermissen. Unabhängig davon ist die Landeshymne „Hoamatgsang“ aber auch ein Ausdruck obrigkeitshöriger, gegen alle emanzipatorischen Bestrebungen gerichteter Unterwürfigkeit, wenn es etwa darin heißt „wiar a Kinderl sein Muader, a Hünderl sein Herrn“ und von engstirnigem Provinzialismus mit Textstellen wie „wannst net fort muaßt, so bleib“. Das ist zynisch in Hinblick darauf, dass Kenntnisse über diese Landeshymne bei der Prüfung vor Verleihung einer Staatsbürgerschaft verlangt werden.

Wenn Pühringer meint, man könne den Text nicht abändern, weil er in Mundart geschrieben ist, kann ihm zugestimmt werden. Daher wäre es wohl sinnvoll, überhaupt einen neuen, zeitgemäßen Text zu finden, der dem Anspruch von Weltoffenheit entspricht und die fortschrittlichen Traditionen des Landes von den Bauernkriegen über die ArbeiterInnen- und Rätebewegung bis zum Februaraufstand 1934 und dem antifaschistischen Widerstand reflektiert.

Furtlehner erinnert dazu auch an die Vorschläge der SPÖ-Nationalratsabgeordneten Sonja Ablinger und der Grünen-Landtagsabgeordneten Maria Buchmayr, einen Wettbewerb auszuschreiben, auch wenn es bei der ganzen Hymnen-Debatte um symbolische Politik geht die keine Priorität bedeutet.

Der Schriftsteller Ludwig Laher macht seit vielen Jahren auf die dunkle Seite des „Landesdichters“ aufmerksam und hat damit einen Anstoß für eine höchst notwendige Debatte über dessen rabiaten Antisemitismus geliefert. Ähnlich wie der nach wie vor von der FPÖ und dem ihr nahestehenden Turnerbund als Idol gepflegte „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn agierte der gerne als „lustige Franzl aus Piesenham“ dargestellte Stelzhamer extrem fremdenfeindlich und war mit seiner Haltung ein geistiger Vorläufer des NS-Faschismus und dessen Vernichtungspolitik.

Für Stelzhamer waren Welsche, Slawen, Zigeuner, Windische und natürlich Juden ein klares Feindbild. Stelzhamer vertrat einen auch über die für die damalige Zeit weit hinausgehenden biologischen Antisemitismus, der Juden als Ungeziefer, ergo als zu vernichten darstellte: „Das kann bei der Betrachtung der Landeshymne, deren Text von Stelzhamer stammt, nicht ausgeblendet werden, auch wenn der Text der Landeshymne selbst keine solchen Aspekte aufweist“ meint Furtlehner.

Eine kritische Auseinandersetzung mit Stelzhamer verlangt die KPÖ auch in Hinblick auf die zahlreichen nach dem antisemitischen Dichter benannten Straßen und Plätze (78 in ganz Österreich, davon 68 in Oberösterreich) sowie die ihm gewidmeten Denkmäler. Im Linzer Gemeinderat wurde diese Frage 2011 von der KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn durch einen Antrag thematisiert, der jedoch an der Stimmenthaltung der SPÖ gescheitert ist, die damit ähnlich wie bei der Kritik am „Turnvater“ Jahn der FPÖ die Mauer macht.


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