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Urbanides steht zwei Jahre nach Kauf immer noch leer

  • Donnerstag, 15. November 2012 @ 15:55
News Mit Beschluss vom 27. Jänner 2011 wurde vom Gemeinderat gegen die Stimme der KPÖ der Kauf des Traditionsgasthauses „Urbanides“in der Rudolfstraße um 330.000 Euro durch die Stadt beschlossen. Wie bei ähnlichen Fällen vorher wurde angekündigt, so rasch als möglich einen Pächter zu finden um dieses für die Linzer Wirtshauskultur wichtige Gasthaus weiterzuführen.

„Fast zwei Jahre später steht allerdings der „Urbanides“ immer noch leer“ kritisiert jetzt KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn. Sie fordert nun eine Prüfung solcher Gasthaus-Ankäufe der Stadt durch das städtische Kontrollamt um der Öffentlichkeit eine klare Kosten-Nutzen-Bilanz vorzulegen.

In Beantwortung einer KPÖ-Anfrage bei der Gemeinderatssitzung am 24. Mai 2012 gab sich Finanzstadtrat Johann Mayr (SPÖ) zunächst unwissend bezüglich des Begriffes „Traditionsgasthäuser“, obwohl der Ankauf solcher Wirtshäuser durch die Stadt und anschließende Verpachtung sogar im Kulturentwicklungsplan vorgesehen ist. Konkret teilte Mayr dann aber mit, dass seit 1985 sieben solche Gasthäuser (Fischerhäusl, Pöstlingbergschlössl, Oberwirt, Herberstein, Schwarzer Anker, Salzamt, Urbanides) von der Stadt angekauft wurden.

Dafür wendete die Stadt in Summe 2,61 Mio. Euro auf, an Pachten wurden in diesem Zeitraum 3,18 Mio. Euro eingenommen, davon erhielt die Stadt aber nur 2,08 Mio. Euro und 1,10 Mio. Euro wurden für Kreditrückzahlungen verwendet. Weitere Ankäufe sind laut Mayr nicht geplant, falls doch würde ein Kauf über die stadteigene Immobiliengesellschaft erfolgen.

Fragwürdig sind für die KPÖ Mayrs als „kluge Entscheidung des Gemeinderates“ gerühmte Argumente, wonach durch solche Ankäufe der Weiterbetrieb ermöglicht wird, der „für das Zusammenleben und den Tourismus“ wichtig ist und sich positiv für die Beschäftigung auswirkte und dazu die von einigen dieser Gasthäuser geleistete Kommunalsteuer anführte: „Nach Mayrs Logik müsste die Stadt freilich marode Gasthäuser im großen Stil übernehmen und nicht nur solche mit Promi-Publikum“ meint dazu Gemeinderätin Grünn, weil es sich durchwegs um Lokale der eher gehobenen Kategorie mit entsprechendem Publikum handelt.

Wie der anhaltende Leerstand des „Urbanides“ beweist, macht sich die Stadt bei der Ausschreibung eines Pachtvertrages für den „Urbanides“ gewissermaßen selbst Konkurrenz, weil in nächster Nähe mit dem ebenfalls von der Stadt aufgekauften „Fischerhäusl“ und den Lokalen im Neuen Rathaus und im Ars Electronica-Center (Casa Corrada, Cubus, Snack & Co.) bereits drei stadteigene verpachtete Lokale vorhanden sind.

Bürgermeister Franz Dobusch hatte die Übernahme dieser Objekte unter Berufung auf den Kulturentwicklungsplan begründet, weil die Rendite für die Erhaltung von „Wirtshäusern höherer Qualität“ nicht groß genug sei und eine Verarmung der Wirtshauskultur drohen würde. „Aber auch bei großzügiger Interpretation des Kulturbegriffes geht es hier doch wohl eher darum, wirtschaftliche Interessen unter dem Deckmantel der Kultur zu verfolgen, im Klartext die Kultur der Wirtschaft unterzuordnen“, meint hingegen Gemeinderätin Grünn.

Zudem trifft der Begriff „Traditionswirtshaus“ durch den Wechsel von BesitzerInnen bzw. PächterInnen verbunden mit Veränderungen im Konzept der jeweiligen Lokale ohnehin meist nicht mehr zu: „Viele Gastwirte und auch Kulturvereine würden sich freuen, wenn ihnen derart unter die Arme gegriffen würde. In der Realität haben aber vor allem kleine Lokalbetreiber eher unter äußerst restriktiven und schikanösen Behördenauflagen betreffend Lärmbelastung usw. zu leiden und müssen zusperren“, so Grünn.

Die Stadt sollte sich nach Meinung der KPÖ darauf beschränken, Lokale in den stadteigenen Objekten wie etwa dem AEC, im Kremsmünstererhaus, im Alten und Neuen Rathaus, Brucknerhaus, Botanischen Garten, Lentos, Nordico und in den Volkshäusern zu verpachten, darüber hinaus aber den Betrieb von Wirtshäusern dem sonst so gerne beschworenen „freien Markt“ überlassen.


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