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Entholzer und Ackerl bestätigen Kritik der KPÖ

  • Dienstag, 28. August 2012 @ 15:36
News Voll bestätigt in ihrer kritischen Haltung zu der von der Linzer SPÖ zum Prestigeprojekt erklärten zweiten Straßenbahnachse sieht sich KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn durch die jüngsten Äußerungen von Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer und LHStv. Josef Ackerl (beide SPÖ).

Entholzer hatte zum Projekt der Linie 4 erklärt „die zweite Schienenachse in Linz ist nicht zwangsläufig besser, wenn sie unterirdisch fährt“. Der Verkehrslandesrat nennt als Argumente die Erreichbarkeit, Sicherheitsprobleme und den Nutzen für die Geschäftswelt und den Kostenfaktor. Entholzer ist offensichtlich um eine entsprechende Mitfinanzierung des Landes bemüht ist, ohne die ein solches Projekt unrealisierbar ist.

Ackerl bekräftigte die Kritik Entholzers an einer überwiegend unterirdisch geführten Straßenbahn mit der Feststellung „wir brauchen ein zweckmäßiges Projekt, das auch finanzierbar ist“ und erklärte auch dezidiert „wo an der Oberfläche zu wenig Platz für eine neue Tram-Trasse ist, muss man notfalls dem Autoverkehr Platz wegnehmen“.

Im Gemeinderat wurde am 27.1.2011 mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen und BZÖ ein Grundsatzbeschluss für die zweite Schienenachse gefasst. Einzig die KPÖ lehnte das Projekt in dieser Form ab: „Straßenbahnen gehören, wie ihr Name schon sagt, auf die Straße und nur ausnahmsweise für kurze Strecken unter die Erde. Wenn wie im vorliegenden Projekt zwei Drittel unterirdisch geplant werden, steht der Verdacht im Raum, dass man damit die Menschen bewusst unter die Erde verlagern will um die Oberfläche für den Autoverkehr freizuhalten“, so Gemeinderätin Grünn.

Das vom Gemeinderat beschlossene Projekt mit Kosten von 407 Mio. Euro sieht vor, dass von 6,6 Kilometer Strecke 4,6 Kilometer unterirdisch geführt werden. Auch eine abgespeckte Version mit Verzicht auf eine unterirdische Führung in Urfahr würde 300 Mio. Euro kosten. Eine oberirdische Führung wäre hingegen mit 150 Mio. Euro machbar.

Schon 2011 hatte Gemeinderätin Grünn darauf hingewiesen, dass für die SPÖ die zum Prestigeprojekt erklärte zweite Straßenbahnachse auch ein Ablenkungsmanöver von ihrer Haltung zu Westring und Eisenbahnbrücke ist, bei dessen Nichtrealisierung angesichts der enormen Kosten mangels Mitfinanzierung von Bund und Land recht gut zur Schuldzuweisung dient, während kleinere und wirksame Schritte für den Linzer Nahverkehr zurückstehen müssen. Die Aussage von Bürgermeister Franz Dobusch "Wenn es keine weiteren Finanziers gibt, werden wir sie nicht bauen" (Rundschau 27/2012) bestätigt diese Vermutung.


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