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Burschenbundball: Pühringer, Watzl und Roithmaier sollen absagen

  • Montag, 6. Februar 2012 @ 10:54
News Die Aussagen von FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache und dem EU-Abgeordneten Franz Obermayr im Zusammenhang mit dem Wiener WKR-Ball müssten für LH Josef Pühringer, den Linzer Vizebürgermeister Erich Watzl (beide ÖVP) sowie Uni-Vizerektor Friedrich Roithmaier Grund genug für eine Absage ihrer Teilnahme sowie des Ehrenschutzes beim Linzer Burschenbundball am 11. Februar 2012 sein, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.

Strache hatte die Proteste gegen den WKR-Ball mit der Nazi-Diktion der „Reichskristallnacht“ von 1938 verglichen und die FPÖ wegen der Kritik an diesem Ball als verfolgte „neue Juden“ bezeichnet. Obermayr (der nach seiner Abwahl als Linzer Vizebürgermeister mit dem Segen von Bgm. Dobusch bis zu seiner EU-Karriere mit einem gutdotierten Job bei der städtischen Linz AG politisch überwintern konnte) hatte von einer „Pogromstimmung“ gesprochen“. Beides läuft auf eine ungeheuerliche Verharmlosung und Relativierung des Nazi-Terrors und der Judenvernichtung hinaus und tangiert damit das NS-Verbotsgesetz.

Die Teilnahme ranghöchster ÖVP-Politiker an diesem Ball kann nur als Anbiederung bei der äußerten Rechten und auch in Hinblick auf eine Neuauflage einer blauschwarzen Koalition interpretiert werden. Ähnlich muss die mit einer „Leistungsvereinbarung“ argumentierten offiziellen Teilnahme des Rektorats der Johannes-Kepler-Universität als vorauseilender Gehorsam in Hinblick auf eine FPÖ-Regierungsbeteiligung bewertet werden.

„Statt sich von den Rechtsaußen-Burschenschaften eindeutig abzugrenzen, nehmen das Land und die Universität einen schweren Imageschaden in Kauf“, kritisiert Furtlehner. Die KPÖ fordert auch die Leitung des Vereinshauses auf, künftig den Burschenschaften das Kaufmännische Palais zu verweigern, ähnlich wie dem WKR-Ball künftig die Hofburg verweigert wird. Die Bewertung des Burschenbundballes als „unpolitisches Ereignis“ ist angesichts des eindeutigen und vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) immer wieder bestätigten ideologischen Hintergrundes der FPÖ-nahen deutschnationalen Burschenschaften absurd.

Das gilt insbesondere für die in Linz führende Burschenschaft Arminia Czernowitz, die auch innerhalb der Burschenschaften dem ausgesprochen rechtsextremen Flügel angehört. So unterstützte sie etwa 1980 über das Komitee „Waffenstudenten für Dr. Burger“ die Bundespräsidentschaftskandidatur von Norbert Burger, des mittlerweile verstorbenen Chefs der 1988 wegen NS-Wiederbetätigung verbotenen Nationaldemokratischen Partei (NDP).

Ein prominentes Mitglied der Arminia ist Helmut Golowitsch, der in den 60er Jahren als „Freiheitskämpfer“ in Südtirol tätig und 1967 Mitbegründer der NDP war. Mitglied der Arminia ist auch der Linzer FPÖ-Stadtrat Detlef Wimmer, der vom Bundesheer wegen seiner Kontakte in die rechtsextreme Szene als Sicherheitsrisiko abgelehnt wurde. Für eine Veranstaltung am 30. April 2010 warb die Armina mit einem Nazi-Sujet aus dem Jahre 1931. Lediglich wurde statt der Feindbilder „Marxismus“ und „Hochfinanz“ aktuell die Begriffe „Fremdherrschaft“ und „Globalisierung“ übernommen.

Die KPÖ begrüßt daher die Proteste gegen den Burschenbundball und ruft zu einer breiten Beteiligung an der Demonstration gegen dieses rechte Spektakel auf (Samstag, 11. Februar 2012, Treffpunkt 18:00 Uhr, Linz, Hauptplatz). Gleichzeitig weist die KPÖ die Forderungen des Wiener FPÖ-Gemeinderates Wolfgang Jung nach einem „schärferen Durchgreifen“ der Polizei“ als Angriff auf die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit und die Diffamierung von DemonstrantInnen als Radaubrüder, Bombenleger und Brandstifter zurück.


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