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Langothstraße: SPÖ schmückt sich mit fremden Federn

  • Montag, 28. November 2011 @ 13:57
News Wenn Vizebürgermeister Klaus Luger die 1986 erfolgte Umbenennung der Langothstraße als Verdienst der SPÖ darstellt, wie zuletzt wieder bei der Gemeinderatssitzung am 24. November 2011, muss er schon an die Versäumnisse seiner Partei erinnert werden und soll sich nicht mit fremden Federn schmücken, meint KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn.

Tatsache ist, dass die Benennung der Langothstraße nach dem Linzer NS-Oberbürgermeister Franz Langoth (1877-1953) durch den Stadtsenatsbeschluss von SPÖ, ÖVP und FPÖ im Jahre 1973 unter SPÖ-Bürgermeister Franz Hillinger erfolgte. WiderstandskämpferInnen und AntifaschistInnen protestierten 13 Jahre lang gegen diesen Schandfleck. Insbesondere der damalige KPÖ-Gemeinderat Franz Kain (1922-1997) hatte bereits 1977 und in den folgenden Jahren in- und außerhalb des Stadtparlaments die Umbenennung der Langothstraße verlangt.

Erst nach Bekanntwerden von Dokumenten im Jahre 1984, denen zufolge Langoth als Richter des NS-Volksgerichtshofes an der Verhängung von 16 Todesurteilen und der Verurteilung von Widerstandskämpfern zu Zuchthausstrafen von 130 Jahren mitgewirkt hatte, wurde auch die Linzer Stadtpolitik zum Handeln gezwungen. Aber erst 1986 erfolgte dann unter Bürgermeister Hugo Schanovsky die Umbenennung in die politisch „harmlose“ Kaisergasse, nachdem die SPÖ-Mehrheit von der Benennung als Jägerstätterstraße wieder Abstand genommen hatte.

Schon 1973 war bekannt, dass Langoth als ehemaliger großdeutscher Landeshauptmann-Stellvertreter der 1. Republik ein ausgesprochener Wegbereiter des Faschismus war. Sowohl Gauleiter August Eigruber als auch der Chef des Reichssicherheits-Hauptamtes, SS-Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner, hoben anlässlich der Einsetzung Langoths als Oberbürgermeister von Linz überschwenglich hervor, dass Langoth für die illegale NSDAP in Österreich stets Vorbild und „verlässliche Stütze“ war. SS-Reichsführer Heinrich Himmler hatte Langoth sogar als Kommandanten des KZ Sachsenhausen vorgeschlagen und zum SS-Oberführer und später zum SS-Brigadeführer befördert.

Bei einer Festsitzung des Gemeinderates zum 40. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1985 kritisierte Kain die Benennung der Straße nach Langoth „der noch amtiert hat, als unsere Verwandten Ende April 1945 in Mauthausen erschlagen wurden“. Der damalige FPÖ-Stadtrat Seyr und der damalige ÖVP-Vizebürgermeister Hödl hielten es für angebracht sich demonstrativ zur Langothstraße und den „Verdiensten“ des SS-Generals zu bekennen, während sich Bgm. Schanovsky als Sprecher der SPÖ zu diesem Thema in Schweigen hüllte.


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