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Jahn-Denkmal ist eine Schande für Linz

  • Dienstag, 8. November 2011 @ 09:24
News Die Entfernung des Jahn-Denkmals aus dem Volksgarten fordert die Linzer KPÖ. Die jetzt erfolgte Feststellung des Stadtarchivs, dass auf der bei diesem Denkmal Anfang der 1960er Jahre angebrachten Zusatztafel 29 der darauf angeführten 55 im zweiten Weltkrieg gefallenen Turner mehr als die Hälfte hochgradige Nazis, Mitglieder der NSDAP, der SS oder SA waren, bekräftigt neuerlich eine seit Jahrzehnten erhobene Forderung der antifaschistischen Bewegung, meint KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn.

Auch der Umstand, dass das 1905 errichtete Jahn-Denkmal im Eigentum der Stadt und unter Denkmalschutz steht ist kein Argument, dass es weiterhin öffentlich aufgestellt bleibt. Insbesondere würde dieser braune Schandfleck auch die Reputation des 2012 fertiggestellten neuen Musiktheaters beeinträchtigen: „Daher sollte Bürgermeister Dobusch umgehend verfügen, dass das Jahn-Denkmal in einem städtischen Depot gelagert wird, wie das etwa auch mit der Aphrodite-Statue am Bauernberg erfolgt ist“, so Grünn.

Laut einer Stellungnahme des Politologen Anton Pelinka wird „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) als „Urahn des Rassismus und aggressiven Nationalismus“ charakterisiert. Laut dem OÖ Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus von über 60 politischen, kirchlichen, kulturellen und humanitären Organisationen ist Jahn „mit seinem großdeutsch-völkischen, rassistischen, antisemitischen und österreichfeindlichen Gedankengut zu den frühen ideologischen Vorläufern des Nationalsozialismus" zu rechnen. Jahn hielt „Juden und Pfaffen", aber auch „Polen und Franzosen" für „Deutschlands Unglück" und forderte die „Verbannung jeder Ausländerei", ja selbst die „Ausmerzung nicht-deutscher Vornamen".

Das fanatische Gedankengut des „Turnvaters" hat die völkischen Turnvereine geprägt: Der „Deutsche Turnerbund 1919" als Vorläuferorganisation des heutigen Österreichischen Turnerbundes (ÖTB) schloss durch einen „Arierparagraphen" Juden von der Mitgliedschaft aus und stand in enger Verbindung zur NSDAP, der ÖTB selbst fiel immer wieder durch rechtsextreme Inhalte und Symbole auf und pflegt den Jahn-Kult.

KPÖ-Gemeinderätin Grünn hatte zuletzt mit einem Gemeinderatsantrag im April 2011 die Problematik solcher „brauner Flecken“ am Beispiel des Jahn-Denkmals, des Denkmals des für seinen wüsten Antisemitismus bekannten „Landesdichters“ Franz Stelzhamer sowie des von hochgradigen Nazis geschaffenen Pionier-Denkmals im Donaupark thematisiert. Eine Phalanx von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ hatte jedoch abgelehnt, der Forderung nach einem Konzept für den kritischen Umgang mit solchen Denkmälern nachzukommen.


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