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Alle Macht den Autos?

  • Dienstag, 3. Mai 2011 @ 20:54
Linz Werte Damen und Herren, als Bürger dieser Stadt wende ich mich diesmal mit mehreren Anliegen zum leidigen Thema "Dominanz der Autos in der Stadt" an Sie.

Da ich den Großteil meiner Stadtwege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklege, kann ich auf ein reichhaltiges Erfahrungsspektrum im Umgang mit AutomobilistInnen verweisen, leider ist dies für die Stadt Linz ein unrühmliches Kapitel mit immer größerer Tragweite.

Abgesehen von einer weiterhin autolastigen Verkehrspolitik - siehe Westring, siehe weitgehende - und kostentreibende - Verbannung der geplanten zweiten Straßenbahnachse unter die Erde - macht sich nicht nur meines Erachtens in immer größeren Ausmaß das Recht des Stärkeren auf den Straßen breit. Interessanter Weise gehen diese Machtdemonstrationen relativ häufig von BesitzerInnen großer Autos (sogen. SUVs und verwandte Fahrzeuge) aus, was einiges an Rückschluss auf die Psyche dieser StraßenverkehrsteilnehmerInnen zulässt.

Da ich nicht nur in Simbach, einem Eldorado für "Auto-Terroristen" anderer Sorte als in Linz, sondern auch in Linz die schlechte, aber auch lehrreiche Erfahrung gemacht habe, dass zu viele konkrete Beispiele für automobile Grenzüberschreitungen jeglicher Art (Lärm, Geschwindigkeit, Rücksichtslosigkeit....) das ohnehin geringe Interesse zuständiger PolitikerInnen bzw. Stellen an meinen Anliegen noch schmälern, verzichte ich diesmal darauf, allzu sehr ins Detail zu gehen. Es reicht auch so...

1. Da wäre zuerst einmal das abgesehen von unnötiger und nervtötender Lärmerregung auch häufig gesetzeswidrige und andere VerkehrsteilnehmerInnen gefährdende und oftmals wegen kommendem Nachrang oder roter Ampel zusätzlich sinnlose Lospreschen - hier wiederum bevorzugt mit großen bzw. PS-starken Fahrzeugen - vor allem in Tempo 30-Bereichen im Stadtbereich, beliebt scheint hier u.a. das kurze Stück entlang der Stadtpfarrkirche zwischen Kollegiumgasse und Domgasse zu sein, auch die Gesellenhausstraße oder die Volksgartenstraße erfreuen sich großer Beliebtheit, wie ich aus eigener akustischer Anschauung im Zuge meiner regelmäßigen Tätigkeit für eine Öffentliche Einrichtung in diesem Viertel feststellen kann.

Ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich als weitgehend ungeschützter Mensch im Straßenverkehr dazu komme, andauernd physischer und psychischer Bedrängnis durch Pseudo-DarwinistInnen der teils übelsten Sorte ausgesetzt zu sein, die mit ihren "Kübeln" oft auch eindeutig schneller als 30 bzw. anderweitig, auch schneller als 50, unterwegs sind.

Vielleicht sollte sich die Linzer Polizei den Luxus einiger BeamtInnen leisten, die konsequent zu Fuß bzw. per Fahrrad in der Innenstadt unterwegs sind und auch darauf achten, ob AutolenkerInnen zu sehr aufs Gas steigen oder sich rücksichtslos - auch hinsichtlich Erzeugung von Motoren-Lärm - gebärden. Wer im Auto sitzt, bekommt vieles nicht mit.

2. Ebenfalls wiederum nicht nur meiner Beobachtung zufolge werden die Fußgängerzonen Herrenstraße, Altstadt bzw. Landstraße zusehends von AutofahrerInnen, vorwiegend mit L-Nummern oder oö. Kennzeichen, als Abkürzung oder Schleichwege benützt, was sich besonders bei der Herrenstraße - zwischen Promenade und Einmündung Steingasse - sehr gut feststellen lässt. Dazu kommen, vor allem im Bereich Landstraße bzw. Altstadt oftmals "Ladetätigkeiten", denen man in Salzburg u.a. durch verstärkte Kontrollen bzw. durch Poller doch einigermaßen einen Riegel vorgeschoben hat.

Ich weiß schon, dass die Polizei auch in Linz nicht überall gleichzeitig sein kann, aber mir mutet doch seltsam an, dass ich trotz häufiger Präsenz der Polizei im Stadtzentrum (vor allem im Streifenwagen) erst ein einziges Mal erleben konnte, wie die Besatzung eines Streifenwagens eine nicht erlaubte Fahrt in einer Fußgängerzone stoppte, da waren auf der Landstraße um 1 Uhr früh "dumme Buam aus dem Mühlviertel" unterwegs, die von der heldenhaften Polizei in Action-Manier gestoppt wurden. Würde die Polizei in Linz mit demselben Engagement (jedoch ohne Skript aus US-amerikanischen Fernsehserien) gegen Leute vorgehen, die am helllichten Tag und mit wesentlich größerer Gefährdung anderer in der Stadt herumpreschen bzw. sich nichts daraus machen, dass es so etwas wie ein Fahrverbot in Fußgängerzonen gibt oder dass "Ladetätigkeit" nicht gleichzusetzen ist mit unbeschränkter Zufahrt wegen "jedem Schas" wäre zumindest ein Stück Lebensqualität in der Stadt zurückerobert.

3. Beobachte ich seit einigen Monaten mit einer Mischung aus Ärger, Erstaunen und Resignation dass eine neue (zusätzliche) Spielart des unzulässigen Verparkens von Geh- und Radwegen bzw. -anlagen immer mehr NachahmerInnen findet, das Querparken bzw. leicht schräge Querparken. Dies wird, wie ich inzwischen feststellen kann, von diversen Lieferfahrzeugen einschließlich Zustellfahrzeugen der österr. Post bis hin zu Menschen, die "ganz geschwind" einen Parkplatz brauchen, um beispielsweise den nächsten Bankomaten zu bedienen, praktiziert.

Bei allem Verständnis für die Nöte der ZustellerInnen: wenn das einreißt, dann haben wir bald "Wildwest" auf den Straßen, womit ich nichts gegen den Wilden Westen gesagt haben will. Auch hier gilt: ich kann mir nicht vorstellen, dass es der Polizei gänzlich entgeht, was sich da abspielt: Um den Straßenverkehr nicht zu behindern, stellen sich diese neuartigen Kavaliere (m/w) der Straße ganz oder zur Hälfte quer auf den Gehsteig, den unnötigen FußgängerInnen, RadfahrerInnen, RollstuhlfahrerInnen, Leuten mit Kinderwagen usw. kann man das ja zumuten! Ich ersuche DRINGEND, diese Bräuche abzustellen!!! Auch hier gilt: Wer im Auto sitzt, bekommt manches nicht mit, auch im Sinne eines getrübten Blicks für andere Fortbewegungsarten.

4. Während die an Zufahrten zur Salzburger Altstadt situierten wenigen Poller für mich Sinn ergeben, frage ich mich, wieso es in Linz nicht möglich war, dem ständigen Verparken von Rad- und Gehweg in der Fadingerstraße zwischen Mozart- und Harrachstraße anders Einhalt zu gebieten als durch eine Pollergalerie? Wäre es nicht auf Dauer gesehen effizienter und auch kostengünstiger endlich "nachhaltig" gegen Leute vorzugehen, die Geh-, Roll- und Radfahrwege anderer systematisch verstellen? Wobei: hier müsste auch die Polizei mit gutem Beispiel vorangehen und auf das Privileg verzichten, selbst ohne Notsituation Gehsteige und Radwege zu beschlagnahmen, zuletzt gesehen u.a. nahe des Stadions, wo ein Polizeifahrzeug schön breit auf dem Gehsteig stand.

5. Auch ein Fall von Machtdemonstration, jedenfalls von "automobiler Machtdemonstration" und Bequemlichkeit, zugleich ein passendes Sinnbild für die Wertigkeit verschiedener Fortbewegungsarten in Linz: Polizei, die im Auto sitzend den Volksgarten auf Streife durchquert. Selbstverständliche Grenzüberschreitung. Einem Territorium für Menschen, die (augenblicklich) nicht automobil unterwegs sind, wird kein Respekt zuteil.

6. Da in Linz eine Vielzahl an SUVs und sonstigen Fahrzeugen zugelassen sind, die eher vom Größenwahn der BesitzerInnen als vom praktischen Nutzen zeugen - es sei denn, man bezeichnet automobile Rammböcke als nützlich - wäre es doch naheliegend, all` diese Fahrzeuge mit einer speziellen Stadt-Abgabe zu belegen, alleine schon des Schadstoffausstoffes, des Platzverbrauches, der größeren Beeinträchtigung der Straßenbeläge und auch der äußerst unangenehmen Wirkung wegen, auf das Stadtbild und alle jene, die sich anders als im Auto durch die Stadt bewegen.

Erich Klinger, 3. Mai 2011



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