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(K)ein Park für Henriette Haill

  • Dienstag, 22. Februar 2011 @ 11:36
News 57 Persönlichkeiten, vor allem Kulturschaffende, haben eine Initiative von KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn für einen Henriette-Haill-Park in Linz unterstützt: „Ich sehe diesen Vorschlag einerseits als Beitrag zum Internationalen Frauentag am 8. März, aber auch um durch die Benennung öffentlicher Einrichtungen nach Frauen deren Repräsentation in der Öffentlichkeit zu verstärken“, so Grünn.

Gemeinsam mit Frauenstadträtin Eva Schobesberger und der Haill-Biographin Christine Roiter stellte Gemeinderätin Gerlinde Grünn am 21. Februar 2011 diese Initiative Bürgermeister Franz Dobusch vor: „Leider hat der Bürgermeister den Vorschlag diesen zentral gelegenen Park nach einer Frau zu benennen nicht aufgegriffen“, berichtet Grünn. Als Ergebnis der Vorsprache gibt es jedoch zumindest die Zusage, dass eine der nächsten Straßenbenennungen nach Henriette Haill erfolgen wird.

Breite Unterstützung für Initiative

Im Zuge der Neugestaltung des Gevierts Landstraße-J.K.Vogel-Straße-Hessenplatz-Bismarckstraße wurde im Innenhofbereich ein öffentlich zugänglicher Park errichtet. Der bisher namenlose Park wird im Mai 2011 offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Die UnterstützerInnen der Initiative haben vorgeschlagen, diesen Park nach der Linzer Schriftstellerin Henriette Haill (1904-1996) zu benennen.

Auf der Liste der UnterstützerInnen befinden sich unter anderem die Schriftsteller Erich Hackl, Ludwig Laher, Walter Pollak und Walter Kohl, die Haill-Biographin Christine Roiter und der Sänger Hans-Eckart Wenzel (er hat Texte von Henriette Haill vertont), die Lichtkünstlerin Waltraud Cooper, die Musiker Peter Androsch und Huckey Renner (Texta), der Cartoonist Gerhard Haderer, die Verleger Franz Steinmaßl und Christian Thanhäuser, die Historiker Rudolf Ardelt, Michael John und Hans Hautmann, Kunstuniversität-Rektor Reinhard Kannonier, der frühere Linzer Bürgermeister Hugo Schanovsky, Frauenstadträtin Eva Schobesberger, das Autonome Frauenzentrum und FIFTITU% und viele andere.

Wer war Henriette Haill?

Henriette Haill wurde am 27. Juni 1904 geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer Arbeiterfamilie am Römerberg auf. Sie absolvierte eine Schneiderlehre und arbeitete später als Dienstmädchen und Hilfsarbeiterin in einer Waffelfabrik. Mit ihrem Gefährten Hans Kerschbaumer reiste sie jahrelang durch Europa. Seit ihrer Jugend war Henriette Haill literarisch tätig. Dem Erleben auf der Landstraße verdanken wir ihre schönsten Landschafts- und Naturgedichte und einfühlsam hat sie die Erfahrungen von Vagabunden und Stromern nachempfunden.

Nach dem Februar 1934 erfolgten bei ihr Hausdurchsuchungen. Während der Naziherrschaft musste sie miterleben, wie ihre besten Freunde in KZs und Gefängnissen litten und umgekommen sind. Wie durch ein Wunder blieb sie unbehelligt. Im letzten Kriegsjahr zog sie mit ihren vier Kindern zum Schutz vor der Verfolgung durch die Nazis ins Mühlviertel. Ihre Manuskripte konnte Henriette Haill verstecken. Ein Teil ging trotzdem verloren.

1946 veröffentlichte Henriette Haill ihren ersten Gedichtband. Sie war Gründungsmitglied der „Mühlviertler Künstlergilde“ und Redakteurin deren Zeitschrift. Ihre Dialektgedichte sind von inniger Wärme gekennzeichnet und ihre Literatur war immer sozial engagiert. Viele ihrer Gedichte bringen die bittere Romantik der Landstraße zum Ausdruck. Vor allem aber war sie auch als Erzählerin erfolgreich. Gedichte von Henriette Haill wurden von Hans-Eckardt Wenzel vertont.

Der Schriftsteller Erich Hackl schreibt: „Henriette Haill war in fünffacher Weise dazu bestimmt, von der literarischen Öffentlichkeit übersehen zu werden: aufgrund ihrer ärmlichen Herkunft; aufgrund ihrer kommunistischen Gesinnung; aufgrund ihrer Zuwendung zur geographischen wie sozialen Peripherie; aufgrund ihres Geschlechts; aufgrund ihrer Bescheidenheit.“ Henriette Haill starb nach langer schwerer Krankheit am 22. Februar 1996 in Linz im 92. Lebensjahr.




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