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„Braune Flecken“ in Ried und Frankenburg

  • Mittwoch, 12. Januar 2011 @ 11:13
News Die Landes-KPÖ hat die Bürgermeister von Ried im Innkreis (Albert Ortig, ÖVP), und Frankenburg am Hausruck (Franz Sieberer, SPÖ) aufgefordert für eine Umbenennung der in den beiden Gemeinden bestehenden nach Karl Itzinger benannten Straßen tätig zu werden.


Sowohl in Ried als auch in Frankenburg gibt es eine nach dem Schriftsteller Karl Itzinger (1888-1948) benannte Straße: „In Hinblick auf die Biografie Itzingers sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Österreichs und der Verpflichtung des antifaschistischen Grundauftrages der 2. Republik ist das ein brauner Schandfleck, der möglichst rasch beseitigt werden sollte“, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.

Karl Itzinger war Verfasser zahlreicher völkischer Romane wie „Not und Kampf deutscher Bauern“, „Das Blutgericht am Haushamerfeld“, „Es muss sein!“, „Ums Letzte“ usw. die von der NS-Propaganda einschlägig instrumentalisiert wurden. Ebenso bejubelte Itzinger in seinem „Tagebuch vom 10. Februar bis 14. März 1938“ die Auslöschung eines unabhängigen Österreich und den „Anschluss“ an Hitlerdeutschland.

Itzinger war aber nicht nur als Schriftsteller in aller Eindeutigkeit ein Propagandist des Nazi-Regimes, sondern bereits vor 1938 Mitglied der illegalen NSDAP sowie des Stabes der illegalen SA-Obergruppe Österreich und Führer des „Freikorps Oberland“. Durch diese „Verdienste“ avancierte er nach der Annexion Österreichs zum Kreisschulungsleiter der NSDAP für Linz-Stadt in den Jahren 1938 und 1939 und Gauhauptstellenleiter für die bäuerliche Nachwuchserziehung und –schulung von 1942 bis 1944 und agierte bis zu den letzten Tagen des Nazi-Regimes als Ausbilder und Leiter einer Volkssturmeinheit in Lambach tätig. Aus gutem Grunde wurde Itzinger 1947 nach dem NS-Verbotsgesetz angezeigt und seine Überstellung aus dem Internierungslager Glasenbach in das Gefängnis beantragt.

„Die Verharmlosung Itzingers als „Heimatdichter“ widerspricht nicht nur allen Fakten die ihn als eindeutigen Propagandisten des Nazifaschismus ausweisen, sondern ist auch eine Verhöhnung aller Opfer des Nazi-Regimes und des Widerstandes gegen dieses“ so Furtlehner.

Die KPÖ ersucht daher die beiden Bürgermeister, für eine Umbenennung der nach Itzinger benannten Straße tätig zu werden und mit dieser Thematik auch den Gemeinderat zu befassen, wobei es die KPÖ für angebracht hält, die jetzt nach Itzinger benannte Verkehrsfläche nach Opfern des NS-Faschismus oder WiderstandskämpferInnen zu benennen.

PS: Keinen Handlungsbedarf sieht der Frankenburger Bürgermeister, siehe http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/art71,535030

Hingegen hat der "Offene Brief" der KPÖ in Ried im Innkreis eine heftige politische Debatte ausgelöst, siehe http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/ried/art14855,543807


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