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Verdrängungskampf im Handel auf Kosten der Nahversorgung

  • Mittwoch, 25. August 2010 @ 12:00
News Die Eröffnung des Einkaufszentrums Varena in Vöcklabruck – mit 80 Geschäften auf 32.000 Quadratmeter Verkaufsfläche nach der PlusCity Pasching und dem Haid Center Ansfelden der drittgrößte Einkaufszentrum Oberösterreichs macht nach Meinung der Landes-KPÖ einmal mehr die völlige Fehlentwicklung der Raumplanung deutlich.

„Zugunsten einer ständig wachsenden Verkehrslawine entlang von Umfahrungsstraßen wird unter aktivem Zutun der Landespolitik der Handel in den Stadtzentren systematisch ausgedörrt“, kritisiert KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner diese Fehlentwicklung. Gleichzeitig beteuern Landes- und KommunalpolitikerInnen heuchlerisch die Bedeutung der Nahversorgung unter verlogenen Slogans der Wirtschaftskammer wie „Kauf im Ort, fahr nicht fort“. Zudem erweist sich laut RegioPlan jedes fünfte Einkaufszentrum als Flop.

Hinter dem Wildwuchs der Supermärkte steckt ein beinharter Verdrängungswettbewerb von Handelskonzernen und Investoren, hinter denen wiederum meist Banken stehen. Da die Kaufkraft bedingt durch zu niedrige Lohn- und Pensionserhöhungen, Verschlechterung von Sozialleistungen und massiver Verteuerung bei Wohnen und Energie eher schrumpft als wächst bewirken Investitionen wie im Fall Varena nur eine Umverteilung der Einkaufsströme. So geht lauf Experten eine Stärkung von Vöcklabruck als Einkaufsstadt auf Kosten von Wels, wo in den letzten Jahren gleich drei neue Einkaufszentren errichtet wurden sowie des Salzkammergut-Einkaufsparks in Gmunden.

Von 2,3 Millionen Quadratmeter Einkaufsfläche in Oberösterreich entfallen 49 Prozent auf den Zentralraum Linz-Wels-Steyr. Mit 1,6 Quadratmeter pro EinwohnerIn liegt Oberösterreich deutlich über dem Schnitt des benachbarten Bayern mit 1,4.

Erleichtert wird der Wildwuchs der Supermärkte und damit auch die systematische Zersiedelung im Umland der Städte durch die föderalistisch organisierte Kompetenz, da wirksame bundesweite Maßnahmen fehlen und die Länder dem Druck der Großkonzerne als Betreiber solcher Einkaufszentren allzu bereitwillig nachgeben und die Raumordnungsgesetze faktisch nur Makulatur sind.

Laut Branchenkennern wird diese Entwicklung – ähnlich wie bei der Errichtung von immer mehr Bürogebäuden mit entsprechenden Leerständen – wider jede kaufmännische Vernunft vom Immobilienkapital – hinter dem in der Regel Banken und Versicherungen stecken – vorangetrieben. Mit Gratisparkplätzen wirken die Einkaufszentren als Verkehrsmagnete, die Folge ist eine immer bedrohlicher werdende Verkehrslawine im Umfeld der größeren Städte.

„Als Sofortmaßnahme ist eine Parkplatzabgabe für Einkaufszentren notwendig, deren Erlös für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Förderung der Nahversorgung verwendet wird“, so Furtlehner. Notwendig ist aber auch eine grundsätzliche Absage an die Genehmigung neuer Einkaufszentren und wirksame Maßnahmen um das scheinbar attraktive Einkaufen auf Kosten von Nahversorgung und Umwelt zu unterbinden.




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