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Dauerbrenner Eisenbahnbrücke

  • Mittwoch, 18. August 2010 @ 11:25
Linz Zum verkehrspolitischen Dauerbrenner entwickelt sich die Diskussion über die Zukunft der 110 Jahre alten und elf Meter breiten Linzer Eisenbahnbrücke. Diese steht im Eigentum der ÖBB als Träger der Mühlkreisbahn, über deren Zukunft sich jedoch der ÖBB-Vorstand ebenso bedeckt hält wie die Regierung. Geht man nach den immer wieder kolportierten Plänen für den Kahlschlag bei den Regionalbahnen, dann droht der Mühlkreisbahn die Einstellung und damit ist aus Sicht der ÖBB auch die Eisenbahnbrücke obsolet.

Allerdings dient diese Brücke nicht nur dem ohnehin nur sporadisch verkehrenden Bahnverkehr, sondern vor allem dem täglich 15.500 Fahrzeuge umfassenden Autoverkehr und auch die Buslinie 25 wird über diese Brücke geführt.

Laut einem von den ÖBB in Auftrag gegebenen Gutachten von Universitätsprofessor Josef Fink (TU Wien) ist die als Nietenkonstruktion errichtete Brücke am Ende ihrer Lebensdauer und muss 2012 für den Verkehr gesperrt werden. Fink verweist in seiner Expertise dazu auf das ähnlich gelagerte Beispiel der Donaubrücke in Tulln. Zum desolaten Zustand der Eisenbahnbrücke haben zweifellos der starke Autoverkehr und die Salzstreuung beigetragen.

Ob eine Sanierung möglich ist, darüber streiten die Experten. Laut einem jetzt vom Bundesdenkmalamt angekündigten Gutachten des deutschen Industriearchäologen Rolf Höhmann soll eine Sanierung möglich und damit eine Entlassung aus dem Denkmalschutz hinfällig sein. Mitte August erfolgten weitere Untersuchungen. Laut ÖBB-Sprecher Mario Brunmayr werden regelmäßig Spannung und Korrosion gemessen und wird bis Herbst der Hauptträger der Brücke verstärkt.

Der Linzer Gemeinderat hat am 22. April 2010 die Aufhebung des Denkmalschutzes für die Brücke verlangt, um die ÖBB zum Handeln aufzufordern und entsprechende Planungen der Stadt zu ermöglichen. Bgm. Dobusch betonte dazu, dass sich die Stadt Linz nicht vorwerfen lassen darf, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben und der Denkmalschutz die Materialermüdung nicht ignorieren kann. Der Antrag wurde bei Stimmenthaltung von ÖVP und FPÖ beschlossen.

Eine heftige Debatte über die Zukunft der Eisenbahnbrücke gab es im Gemeinderat neuerlich am 20. Mai 2010. Dazu hatte die SPÖ einen Antrag für die Verhängung eines Neuplanungsgebietes anstelle der rechtswirksamen Flächenwidmungspläne eingebracht, der bei Stimmenthaltung der FPÖ mehrheitlich angenommen wurde. Verkehrsreferent VBgm. Luger betonte neuerlich, dass die Eisenbahnbrücke mit Jahresende 2012 definitiv gesperrt wird und sich die täglich 16.000 dort verkehrenden Fahrzeuge bei einer solchen Sperre dann voraussichtlich zu jeweils 7.000 auf die Nibelungen- bzw. Voestbrücke und 2.000 auf die Steyreggerbrücke verteilen würden. Weiters verwies er darauf, dass 2009 außer der FPÖ alle Fraktionen für eine zweite Straßenbahnachse gestimmt hatten.

Bei der Sitzung am 1. Juli 2010 wurde eine Änderung des Bebauungsplanes für die Errichtung einer neuen, 22 bis 25 Meter breiten Brücke beschlossen, die sowohl für Bahn und eine zweite Straßenbahnachse als auch wie bisher dem Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr ausreicht.

Auch wenn eine Sanierung der Brücke in ihrer jetzigen Form möglich sein sollte, bleibt sie ein Engpass, vor allem in Hinblick auf eine zweite Straßenbahnachse. Denn eine Verbreiterung der jetzigen Konstruktion ist technisch nicht möglich. Eine Erhaltung als Denkmal und Errichtung einer zweiten Brücke daneben ist für das Stadtbild wohl kaum zuträglich. Eher absurd ist die Überlegung von Verkehrsreferent VBgm. Luger, dem Denkmalschutz durch Abtragen der Brücke und Lagerung in einer Halle Rechnung zu tragen.

Als oberster Denkmalschützer hat sich ausgerechnet die FPÖ aufgeschwungen, die taxfrei die Eisenbahnbrücke zum „Wahrzeichen von Linz“ erklärt hat. Dabei wollen die Blauen beim Fußballklub Blau-Weiß – der sein Donauparkstation in nächster Nähe östlich der Brücke hat – und bei den 59 Inhabern der Sektion VI des 1919 gegründeten Kleingartenvereins Linz-Ost politisch fischen gehen.

Dabei wird freilich auch stark überzeichnet, etwa wenn in einem von der FPÖ lancierten Bericht in der „Bezirksrundschau“ eine Fotomontage mit einer 42 Meter breiten Schneise auf Kosten von Fußballplatz und Kleingartenanlage kolportiert wird. Das stimmt nämlich mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Bebauungsplan überhaupt nicht überein, der die Verbreiterung der Brücke nur westlich im Bereich der Donau vorsieht und damit Fußballer wie Kleingärtner kaum tangiert. Die Zukunft des Donauparkstadions ist hingegen überhaupt offen, da es bis dato keinen Pachtvertrag des FC Blau Weiß mit der Stadt welcher das von der Tabakfabrik gekaufte Areal gehört gibt und immer wieder auch eine mögliche Absiedlung diskutiert wird.

Auch ÖVP-Vizebürgermeister Erich Watzl gibt sich als Denkmalschützer und wirft der SPÖ vor, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben, blockiert aber in Wahrheit wo es nur geht. Man kann sich teilweise des Eindrucks nicht erwehren, dass es FPÖ wie ÖVP eher darum geht, eine Lösung zu torpedieren, die dem zukunftsweisenden Ausbau des öffentlichen Verkehrs über die Eisenbahnbrücke, nämlich Erhaltung der Mühlkreisbahn und Schaffung einer zweiten Straßenbahnlinie zu verhindern.

Die Schlüsselfrage für die Zukunft der Eisenbahnbrücke ist jedenfalls die Erhaltung der Mühlkreisbahn, die wie ein heißes Eisen zwischen ÖBB, Bund und Land hin- und hergeschoben wird, während sich der Linzer Gemeinderat am 11. März 2010 für die Erhaltung und Attraktivierung ausgesprochen hat.

Jahrelang teilweise heftig diskutierte und letztlich in den Schubladen verschwundene Verkehrsprojekte wie City-S-Bahn oder zuletzt Regioliner waren meist mehr wahltaktisch als grundsätzlich verkehrspolitisch motiviert. Eine Sicherstellung der Erhaltung der Mühlkreisbahn und deren Attraktivierung durch Einbindung der Streckenführung in den Hauptbahnhof statt einer Insellösung ist demnach auch die beste Voraussetzung für eine ordentliche und zukunftsorientierte Lösung für die Eisenbahnbrücke.




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