Früher einmal war das Versorgungshaus eine Einrichtung, in welche PensionistInnen abgeschoben wurden. Ein Versorgungshaus anderer Art gibt es auf politischer Ebene, indem durch Zugriff auf öffentliche Unternehmen ehemalige Mandatare und Parteifunktionäre mit lukrativen Posten ruhiggestellt werden.

Insbesondere die stadteigene Linz AG ist dabei eine Spielwiese für parteipolitische Personalpolitik, die teilweise im Alleingang von der SPÖ, teilweise durch Absprachen mit ÖVP und FPÖ praktiziert wird. Hier Beispiele der letzten Jahre: Alois Froschauer, früherer SPÖ-Finanzstadtrat, wechselte auf den lukrativen Job als Generaldirektor der SBL und wurde nach deren Fusion mit der ESG zuerst Vizechef, dann Generaldirektor der neuen Linz AG

Franz Engleder, einst ÖVP-Gemeinderat, wurde Leiter der Bestattung der SBL bzw. später Linz AG

Wolfgang Stampfl, früherer ÖVP-Klubgeschäftsführer erhielt einen Geschäftsführerposten in der Linz AG

Hannes Hanetseder war SPÖ-Landesgeschäftsführer und wechselte nach seiner Ablöse in die Rechtsabteilung der Linz AG und ist mittlerweile zu deren Leiter aufgestiegen

Franz Obermayr erhielt nach der schweren Wahlniederlage der FPÖ 2003 und dem Verlust des Vizebürgermeisterpostens einen Job bei der Linz AG, wo er bis zur Wahl ins Europaparlament 2009 „überwintern“ konnte

Berthold Amerstorfer erhielt nach dem Verlust des FPÖ-Stadtratspostens 2003 ebenfalls einen Versorgungsposten bei der Müllabfuhr der Linz AG

Haider Erich, langjähriger SPÖ-Landeschef und Landeshauptmannstellvertreter kehrte nach der vernichtenden Wahlniederlage der SPÖ 2009 auf einen (seit 1993!) karenzierten Arbeitsplatz bei der Linz AG zurück und wurde Vizechef der Linz Linien, hat jetzt beste Chancen Chef der Linz Linien zu werden und später zum Froschauer-Nachfolger aufzurücken