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Eindrucksvolle Befreiungsfeier in Mauthausen

  • Sonntag, 9. Mai 2010 @ 19:28
Antifa Mehr als 10.000 Menschen kamen laut Polizeiangaben am 9. Mai 2010 zur Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen anläßlich des 65. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus. Die diesjährige Kundgebung stand im Zeichen der Erinnerung an die tausenden Kinder und Jugendlichen, die im KZ Mauthausen Opfer des NS-Regimes wurden.

Bei der im Jahre 2001 auf Initiative von KZ-Verband und KPÖ-Oberösterreich an der Klagemauer angebrachten Gedenktafel für die am 28. April 1945 bei der letzten Vergasungsaktion im KZ Mauthausen auf ausdrücklichen Befehl von Nazi-Gauleiter Eigruber ermordeten 42 Antifaschisten – darunter der damalige KPÖ-Landesobmann Sepp Teufl – fand eine Kranzniederlegung und eine Gedenkkundgebung statt.

Dabei würdigte für die KPÖ die Linzer Gemeinderätin Gerlinde Grünn das Vermächtnis des antifaschistischen Widerstandes für den Kampf gegen neofaschistische Aktivitäten und konnte bei der Kundgebung auch eine Gruppe der KSCM aus Budweis (Tschechische Republik) begrüßen.

Neben den zahlreichen ausländischen Delegationen und vielen anderen österreichischen Organisationen zog eine Abordnung mit einem Transparent mit der Losung „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ sowie Fahnen von KPÖ, GLB sowie der Europäischen Linkspartei auf den Appellplatz ein und ehrte den antifaschistischen Widerstand und die Opfer des Faschismus mit einer Kranzniederlegung beim Sarkophag.

Der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees Österreichs, Willi Mernyi, übergab an die spanische Vizepräsidentin Maria Teresa Fernández de la Vega, Repräsentantin des aktuellen EU-Ratsvorsitzlandes, ein Memorandum an die EU mit der Aufforderung, Maßnahmen gegen Rechtsextremismus in Europa zu ergreifen.

Dusan Stefancic, Präsident des Comité International de Mauthausen (CIM), wandte sich mit dem Vermächtnis der Überlebenden des KZ Mauthausen an die Jugend Europas und der Welt: „Die Überlebenden der Konzentrationslager sind heute kaum mehr in der Lage, ihren Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut fortzuführen. Sie werden daher ihr Vermächtnis und ihren Auftrag für eine offene und tolerante Gesellschaft an die europäische Jugend weitergeben. Sie muss sensibilisiert werden und muss die Möglichkeit haben, offen für eine demokratische und gegen eine rechtsextreme Gesellschaftsform einzutreten.“

Junge Menschen aus Österreich und aus Europa trafen sich bereits am Vortag, um sich in Workshops mit dem Thema der diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern auseinanderzusetzen. Unter dem Motto „Zeichen setzen. Jugendliche gegen das Vergessen“ gestalteten sie ein 50 Meter langes Gedenkband, das auf der Todesstiege im Steinbruch in Anwesenheit von über tausend Jugendlichen entrollt und anschließend auf den Appellplatz getragen wurde. Die Vorsitzende der Bundesjugendvertretung, Rodaina El Batnigi: „Wir wollen die Erinnerung der Überlebenden weitertragen. Dass Vergangenes nicht einfach vergessen werden darf, zeigen Vorfälle an Orten der schlimmsten Gräuel der Geschichte, bei denen Hassparolen kundgemacht und an Wände geschmiert wurden. Wir sagen hier eindeutig: Stopp!“

MKÖ-Vorsitzender Mernyi appellierte zum Schluss der Veranstaltung: „Nur wenn dem Rechtsextremismus die gesellschaftliche Basis entzogen wird, nur wenn es eine europäische Jugend gibt, die sich nicht mit diesem verbrecherischen Ansichten identifiziert, nur dann wird es möglich sein, sich erfolgreich für ein offenes und tolerantes Europa einzusetzen.“

Zum Schwerpunkt Kinder und Jugendliche im KZ Mauthausen

Die ersten jugendlichen Häftlinge kamen im Sommer 1940 nach Mauthausen, junge Republikanische Spanier zwischen 13 und 18 Jahren alt, die in Frankreich verhaftet worden waren und von der SS als „Rotspanier“ kategorisiert wurden. Ab 1943 wurden zahlreiche polnische und vor allem sowjetische Jugendliche eingewiesen, die in den besetzten sowjetischen Gebieten als Arbeitskräfte zwangsrekrutiert und zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden. Viele der spanischen, sowjetischen und polnischen jugendlichen Häftlinge wurden als Steinmetze in Mauthausen und vor allem in Gusen angelernt.

Ab dem Herbst 1943 wurden jugendliche Häftlinge aber auch zur Arbeit in der Rüstungsindustrie und beim Stollenbau gezwungen. In den letzten Monaten vor der Befreiung kamen mit den Evakuierungstransporten aus anderen Konzentrationslagern noch hunderte Kinder und Jugendliche nach Mauthausen. Bei der letzten statistischen Erfassung der Mauthausener Häftlinge durch die SS am 31. März 1945 wurden 15.046 Häftlinge unter 20 Jahren gezählt.

In dem 1938 unmittelbar nach der Annexion Österreichs durch Hitlerdeutschland errichteten Nazi-Konzentrationslager Mauthausen und seinen rund 50 Nebenlagern wurde die Hälfte der insgesamt über 200.000 inhaftierten Menschen – darunter Regime-Gegner, Juden, Kriegsgefangene, Roma und Sinti sowie Homosexuelle – ermordet. Bereits im Vorfeld der Befreiungsfeier in Mauthausen fanden zahlreiche Kundgebungen bei Gedenkstätten in den ehemaligen Außenlagern und anderen Stätten der Verfolgung in der Nazi-Ära statt.




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