KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn zur Erhöhung der Marktgebühren bei der Gemeinderatssitzung am 11.3.2010

Ich möchte hier ein paar Anmerkungen zur Marktgebührenerhöhung machen. Die Argumentation ist ja hier, dass sich die Tarifanpassung ja eh in Grenzen halte und es ja nach 15 Jahren an der Zeit wäre, wieder mal anzuziehen, um längst überfällige Investitionen tätigen zu können. Das hat mich nun persönlich auch recht interessiert, bin ich ja selbst eine leidenschaftliche Marktgeherin am Südbahnhofmarkt und auch häufig auf dem Hauptplatz-Flohmarkt, der ja jetzt wieder aus seinem Winterquartier beim neuen Rathaus übersiedelt ist, zugegen.

Und ich hab dann einige Grünmarktstandlerinnen und Flohmarkthändlerinnen gefragt, was sie denn davon halten, dass die Marktgebühren im Gemeinderat zur Erhöhung vorliegen. Wohlvermerken möchte ich hier noch anmerken, dass ich die kleinen Standlerinnen in der zweiten Reihe und die Flohmarkthändlerinnen mit dem Alltagskrimskrams befragt habe.

Und da bekam ich auszugsweise folgende Wortspenden, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Die Gemüsefrau: „Was schon wieder, ist eh schon teuer genug“ Oder ein etwas sarkastischer Beitrag: „Ja,ja, habens schon recht, kommen halt wieder weniger Standler“ „Ja da wollen´s das mehr Standler anbieten und dann erhöhen´s die Tarife und dann kommen´s ja wieder nicht.“

Und die Flohmarktfrau vom Hauptplatz hat gemeint, dass viele AnbieterInnen mit der Alltagsausrüstung anrücken Geschirr, Bettwäsche oder Krimskram und sich keine goldene Nase daran verdienen, Alltagsgegenstände an diejenigen zu verkaufen, die sich oft nichts mehr neuwertiges leisten können. Und es schon richtig sei, dass die privaten Flohmarktflächen teurer als die am Hauptplatz sind.

Aber die Tourismusstadt Linz profitiere ja auch vom bunten Treiben am Hauptplatz der nicht nur Antiquitäten bietet, sondern auch Zubrot und Nahversorger für diejenigen ist, bei deren geringen Einkommen auch geringe Beträge schwer wiegen. Und auch vielen als marginal scheinende Erhöhungen belasten in schweren Zeiten zusätzlich. Wer jeden Euro zweimal umdrehen muss, spürt jeden Cent mehr.

Die Lösung für leerer Stadtkassen kann nicht darin liegen, dort anzusetzten wo eh nichts zu holen ist. Die KPÖ tritt daher für einen Gebührenstopp ein und ich stimme daher dieser Gebührenerhöhung nicht zu.