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Im Zeichen des Kreuzes

  • Donnerstag, 31. Dezember 2009 @ 08:58
Antifa Von Leo Furtlehner

Das Verhältnis zur Kirche ist hierzulande ähnlich schizophren wie jenes zur NS-Vergangenheit. Um beide Aspekte bemüht sich die „soziale Heimatpartei“ FPÖ. Bis in die 80er Jahre stand die Partei der „Anständigen und Tüchtigen“ gegen die österreichische Nation und die Kirche. Aber die Chefideologen des rechtsextremen Populismus begannen schon unter Haider, durch die gezielte Instrumentalisierung reaktionärer Österreichtümelei ebenso wie des reaktionären Katholizismus mehrheitsfähig zu werden. Strache setzt das gesteigert fort.

Der Verein „SOS Abendland“ des FPÖ-Abgeordneten Neubauer ist federführend bei der Definition des „christlichem Abendlandes“: Abwehrkampf gegen Islam, Kopftuch und Minarette, Verteidigung von Kruzifixen, Verteufelung von Abtreibung und „Homo-Ehe“. Dabei ist die FPÖ höchst elastisch: Im Kern antisemitisch scheut sie nicht mit islamischen Fundis bei der Bekämpfung von Israel und „Ostküste“ zu kooperieren – hierzulande ist aber der Feldzug gegen den Islam angesagt.

FPÖ-Vizechef Hofer propagiert die Strache-Partei als „einzige Partei die ungeborenes Leben schützt“. Was Sache ist, erklärt der oö FP-Landeschef Weinzinger: „Jede blonde, blauäugige Frau, das heißt, jede Frau mit deutscher Muttersprache braucht drei Kinder, weil sonst holen uns die Türkinnen ein“.

Der Linzer FP-Stadtrat Wimmer zitierte zum FPÖ-Antrag „Förderung von Familien statt ´Homo-Ehen´“ aus dem § 44 AGBG von 1811 (!): „In dem Ehevertrage erklären zwey Personen verschiedenen Geschlechtes gesetzmäßig ihren Willen, in unzertrennlicher Gemeinschaft zu leben, Kinder zu zeugen, sie zu erziehen, und sich gegenseitig Beystand zu leisten“. Er schlussfolgerte messerscharf, dass es verfehlt wäre „eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft, aus der keine Kinder hervorgehen können, mit der Ehe gleichzustellen“. Ergo dessen gilt die von der FPÖ als „Homo-Ehe“ abgestempelte gleichgeschlechtliche Partnerschaft aus Wimmers Sicht nicht als „normal“.

Zum Kreuzritter wird die FPÖ nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wonach Kruzifixe in Klassen staatlicher Schulen die Religionsfreiheit der SchülerInnen und ihrer Eltern verletzen und gegen das Grundrecht auf freie Religionsausübung verstoßen. Als deutschnationale Burschenschafter eigentlich eher germanischen Kulten zugewandte Rechtsaußen-Politiker wie Andreas Mölzer oder Lutz Weinzinger wettern über das „Fehlurteil“, rufen zum Glaubenskampf und stilisieren das Kreuz als „Symbol der geistig-kulturellen Identität Europas“ hoch. Dabei erhebt Mölzer seine Definition eines „christlichen Abendlandes“ zum Maßstab „unabhängig davon, ob der einzelne gläubiger Christ oder Atheist“ ist.

Nach FPÖ-Lesart baut diese „europäische Identität“ wohl auf den Kreuzzügen, der Inquisition, dem Kolonialismus und den zahllosen im Zeichen des Kreuzes geführten Kriegen auf, ist also ein populistischer Versuch Religion für eine rückwärtsgewandte Politik zu instrumentalisieren. FP-Chef Strache hat das schon im EU-Wahlkampf mit seinem berüchtigten Kruzifix-Auftritt anschaulich praktiziert.

Die Politik der FPÖ ist somit eine Entsorgung der Vernunft als historische Errungenschaft und die Absage an die Grundwerte der bürgerlichen Revolution von 1789. Mit Gleichheit, Freiheit und Brüder(Schwester)lichkeit können und wollen die rechten Recken nichts anfangen. Sie setzen auf Herrenmenschentum und Ungleichheit. Die FPÖ setzt auf das Kreuz (wobei manche in ihrem Umfeld das Fehlen einiger Haken beklagen).

Beitrag für „Jessasmaria“, Zeitschrift der Allianz für Humanismus und Atheismus, 4/09


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