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Der Klang ihrer einzigartigen Stimme hallt noch nach

  • Freitag, 15. Januar 2010 @ 14:29
Partei Rede von KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn bei der Verabschiedung von Eugenie Kain am 15. Jänner 2010 am Urnenfriedhof in Linz-Urfahr.

Liebe Margit, liebe Katharina, lieber Franz, werte Trauergemeinschaft, ich habe heute die große Ehre die letzten Worte im Namen der KP für unsere Genossin und Freundin Eugenie Kain zu sprechen. Unfaßbar erscheint uns allen die Tatsache, dass Eugenie nicht mehr unter uns weilt.

Frisch sind noch die Erinnerungen an unsere letzten Begegnungen. Als wir nach dem letzten 1.Mai empört zusammensassen und das unfassbare Ereignis der durch Polizeiübergriffe verhinderten Maidemonstration diskutierten, die heitere Stimmung bei ihrer Lesung aus dem „Schneckenkönig“ im Hochsommer auf der Terrasse des „Roten Krebs“ mit Blick über den Donaustrom. Oder das gemeinsame Hinfiebern auf das Wahlergebnis der Gemeinderatswahlen im September im Parteihaus - der M8. Besonders der Klang ihrer einzigartigen Stimme hallt noch nach.

Der Faden der Geschichten wird vor allem von uns Frauen weiter gesponnen. Ich meine hier nicht die große Geschichte von den Schlachten, Kämpfen und Revolutionen. Sondern die kleinen Geschichten der Freuden und großen und kleinen Tragödien des Lebens, die wir alle solang wir unsere Kreise auf Erden ziehen erfahren. Es sind die Geschichten und Taten derjenigen, die sich nicht dem Schicksal hingaben, sondern ihre Geschicke oft auch unter großen Opfern selbst in die Hand nahmen. Und deren Geschichten zu Vergessen drohen, wenn sich niemand findet, der sie weitererzählt. Eugenie stammte selbst aus einer kommunistischen Familie von Männern und Frauen, die ihren Beitrag für eine bessere Gesellschaft geleistet haben.

Und diesen roten Faden nahm Eugenie Kain auf. In ihrem vielfältigen Tun, ob als Schriftstellerin oder Publizistin, verlieh sie den Benachteiligten ihre Stimme und verschaffte so dem im Schatten verborgenen Gehör. Viele Geschichten und Erinnerungen finden wir daher in ihrem Werk gut aufgehoben, dem Vergessen und damit der endgültigen Auslöschung entrissen. Unvergesslich bleibt uns der Genuss, Eugenie bei einer Lesung aus ihrem Werk zugehört zu haben.

Den Weg in die kommunistische Partei fand Eugenie Kain während ihres Germanistikstudiums in Wien. Es war ihr wichtig, gerade als Tochter des Kommunisten Franz Kain, dem dieser Schritt gar nicht so recht gewesen sein soll, auch in ihrem politischen Engagement eigene Wege zu gehen. Sie schrieb: Die Tochter ist auch vom Vater geprägt. Sprache und Lebensweise werde halt nicht mit der Post ins Haus geschickt, sondern haben ihre Wurzeln.

Sie begann noch neben ihrem Studium erste Theaterkritiken in der kommunistischen Tageszeitung „Volksstimme“ zu veröffentlichen um in der Folge als Journalistin für die Ressorts Kultur, Innenpolitik und Chronik der „Volksstimme“ tätig zu werden. Nach der Geburt ihrer Tochter Katharina arbeitete sie als freischaffende Autorin und Journalistin.

1995 kehrte sie nach Linz zurück. Mit großer Sensibilität für soziale und kulturelle Fragen war sie hier eine engagierte Mitstreiterin alternativer Kunst- und Medienprojekte. Ihre Beiträge im „hillinger“, der „Versorgerin“, den „KUPF-Nachrichten“, für Radio Fro und „Cafe KPÖ“ waren unverzichtbar Beiträge zur linken Stadtkritik. Über ihre Leben in Linz schrieb sie: „Linz ist nicht die Welt und die Welt ist nicht Linz. Darüber hinaus wird im globalen Dorf die Welt zur Stadt. Deshalb gibt es nur mehr einen Ort für die Welt: Die Welt ist in mir.“

Der Volksstimme blieb sie durch ihre regelmässigen Lesungen beim „Linken Wort“ am Volksstimmefest verbunden.

Der Tod ihres geliebten Gefährten Gust Maly war für sie wie auch für uns ein schwerer Schlag. Dass auch Eugenie selbst nur ein paar Jahre später schwer erkrankte – unfassbar grausam. Umso größer unsere Hochachtung für ihr Engagement für unsere Partei, der sie sich noch voriges Jahr als Kandidatin für die Europa- und Gemeinderatswahlen zur Verfügung stellte und so maßgeblich zum Wahlerfolg beitrug.

Eugenie Kain war uns eine gute und freundliche Genossin. Sie bereitete uns mit ihrem Tun und Sein große Freude, wir sind stolz darauf sie in unseren Reihen gehabt zu haben. Wir vermissen sie schon jetzt.

Ich möchte hier abschließend aus dem Nachruf für Eugenie von Franz Fend zitieren. Er schrieb: „Eugenie Kain lehrte uns genau zuzuhören, sie zeigte uns, Widersprüche aufzuspüren und zu benennen und sie führte uns vor, dass nicht das Wegsehen sondern das genaue Hinschauen auf die Ungeheuerlichkeiten die unsere Gesellschaft zu bieten hat, die bessere Alternative ist. Und sie lehrte uns zu unterscheiden zwischen gekünstelter Aufregung über diverse Skandale und der tiefen Empörung über die Zumutungen, die das Leben uns zu bieten hat. Eine dieser Zumutungen ist das frühe Scheiden von Eugenie Kain. Sie wird uns in Erinnerung bleiben, wie ihre Literatur bleiben wird: Hoch, aufrecht, schön.“

Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten ihrer Mutter Margit, ihrer Tochter Katharina, ihrem Bruder Franz und allen anderen Angehörigen.


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