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Die KPÖ trauert um Eugenie Kain

  • Freitag, 8. Januar 2010 @ 20:35
Biografien Am 8. Jänner 2010 ist nach langer schwerer Krankheit in Linz die Schriftstellerin Eugenie Kain im Alter von 49 Jahren gestorben. Mit ihr verliert die österreichische Literatur eine namhafte Autorin und die KPÖ eine engagierte Genossin und Mitstreiterin.

Eugenie Kain wurde am 1. April 1960 als Tochter von Margit und Franz Kain geboren. Nach dem Schulbesuch studierte sie von 1978 bis 1984 Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien und arbeitete anschließend von 1984 bis 1990 als Journalistin in den Bereichen Kultur, Innenpolitik und Chronik für die Tageszeitung „Volksstimme“.

Nach der Geburt ihrer Tochter Katharina 1991 arbeitete sie als freischaffende Autorin, Journalistin und Beraterin im Sozialbereich und lebte ab 1995 wieder in Linz wo sie auch ein Studium der Kunstwissenschaft und Philosophie aufnahm. Von 1995 bis 1998 schrieb sie im Zeitungsprojekt „hillinger“, 1996 arbeitete sie an der Konzeption der Linzer Straßenzeitung „Kupfermuckn“ mit, von 1999 bis 2008 beteiligte sie sich mit Beiträgen auf Radio FRO, für das Magazin „Versorgerin“ und die KUPF-Nachrichten der Kulturplattform Oberösterreich. Im Jahr 2003 leitete Kain eine Schreibwerkstatt für Bewohner der vom Hochwasser betroffenen Gemeinde Mitterkirchen, 2005 eine Schreibwerkstatt für Obdachlose. Im selben Jahr war sie auch Stipendiatin des Landes Oberösterreich in der Villa Wittgenstein/Stoneborough in Gmunden.

2001 wurde sie Vorsitzende der Grazer Autorenversammlung in Oberösterreich und definierte dabei die „seismographische Funktion der Literatur, die Aufgabe, gesellschaftliche Veränderungen zu erspüren“ und wünschte sich, dass „auch gesellschaftliche `Ränder` etwas Selbstverständliches sind“, ohne Zuordnungen wie „sozial Benachteiligte“. Auch war sie mehrere Jahre lang Mitglied des Linzer Stadtkulturbeirates für die Sparte Literatur und Vorstandsmitglied des Sozialvereins EXIT-sozial.

Schon seit den 70er Jahren war Eugenie Kain schriftstellerisch tätig und dabei sicherlich auch von ihrem Vater, dem Schriftsteller Franz Kain, literarisch inspiriert, fand sie ihren eigenen Stil und Anerkennung in der Literatur. Das soziale Engagement und die Parteinahme für die Schwächeren der Gesellschaft zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk der „Autorin der leisen Töne“ Eugenie Kain, die anläßlich der Verleihung des Förderungspreises für Literatur im Jahr 2007 von Hans Höller als „genuine Erzählerin“ bezeichnet wurde. In ihrem Werk stand das Mitgefühl gegenüber den Außenseitern und Benachteiligten, die sehen müssen, wie sie mit den Härten des Lebens zu Recht kommen, im Zentrum. So zeigt sie etwa in der Titelgeschichte ihres letzten Bandes „Der Schneckenkönig“ sehr sensibel, wie brutal „Stadtentwicklung“ über ein vielfältiges, beziehungsreiches soziales Biotop hinweggeht, es niederwalzt.

Bereits 1983 wurde ihre erste Arbeit „Ostern in Florenz“ im Sammelband „18 Liebesgedichte für 18 Gelegenheiten“ veröffentlicht. Von Eugenie Kain erschienen im Resistenz Verlag „Sehnsucht nach Tamanrasset“ (1999) und „Atemnot“ (2001), im Otto Müller Verlag „Hohe Wasser“ (2004), „Flüsterlieder“ (2006) und „Schneckenkönig“ (2009). 2002 erschien ihre Arbeit „Man müßte sich Zeit nehmen, genauer hinzuschauen. Franz Kain und der Roman ´Am Taubenmarkt´“.

Im Kulturhauptstadtjahr Linz09 beteiligte sich Kain gemeinsam mit Erich Hackl, Ludwig Laher, Anna Mitgutsch, Martin Pollak, Robert Schindel, Margit Schreiner und Walter Wippersberg mit dem Beitrag „Sonnenstadt“ an dem Buchprojekt „Linz.Randgeschichten“. Ihre Arbeiten wurden ins Tschechische, Slowenische, Ungarische, Englische und Litauische übersetzt.

Für ihre Werke wurde sie 1983 mit dem Max von der Grün-Literaturpreis ausgezeichnet, 2003 erhielt sie den Buch:Preis für ihren Roman „Atemnot“, 2006 den Staatsförderpreis für Literatur, 2007 den Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur.

Aus einem kommunistischen Elternhaus stammend fand Eugenie Kain ihren Weg in die KPÖ, welcher sie seit 1983 als Mitglied angehörte. Auch ihr politisches Engagement galt vor allem dem Kulturbereich und der kritischen Auseinandersetzung mit den sozialen Verhältnissen, wie etwa mit ihren Beiträgen für „Café KPÖ“, die seit 2004 erscheinende linke Zeitschrift für Oberösterreich.

Auch mit ihrer Kandidatur bei der Europaparlamentswahl sowie bei der Landtags- und Gemeinderatswahl 2009 auf der Liste der KPÖ zeigte sie ihr politisches Engagement und versuchte gleichzeitig gegen ihre 2007 bekanntgewordene Erkrankung anzukämpfen und engagierte sich mit einer literarischen Aufarbeitung der Polizeiübergriffe gegen die Demonstration am 1. Mai 2009 und mit die ihren letzten Lesungen bei einer Wahlveranstaltung Anfang August und beim „Linken Wort“ am „Volksstimme“-Fest in Wien Anfang September 2009 bis zuletzt.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf Eugenie Kain als 2002 ihr Mann, der Musiker August Maly, an Lungenkrebs starb, ein Ereignis, das sich auch in ihrem literarischen Werk der letzten Jahre widerspiegelte. Umso mehr traf es sie und ihre Familie und ihren Freundeskreis als auch ihr selbst eine solche Erkrankung diagnostiziert wurde. Zweieinhalb Jahre lang kämpfte sie entschlossen für das Weiterleben gegen eine tückische Krebserkrankung, bis der Tod am 8. Jänner 2010 unterlag ihr langes Leiden beendete.

Der Tod von Eugenie Kain hat uns tief betroffen gemacht, wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten ihrer Mutter Margit, ihrer Tochter Katharina, ihrem Bruder Franz sowie allen anderen Angehörigen.

KPÖ-Landesvorstand Oberösterreich
KPÖ-Bezirksvorstand Linz
KPÖ-Frauengruppe Linz
Redaktion „Café KPÖ“

Rezensionen zu Büchern von Eugenie Kain:
- „Schneckenkönig“: http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20090817132233703
- „Flüsterlieder“: http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20071110162257135
- „Hohe Wasser“: http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20100110122831979
- „Atemnot“: http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20071110163516676

Über Eugenie Kain auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Eugenie_Kain




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Schriftsteller, Journalist, Politiker – Franz Kain (1922-1997).
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