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FeuerwerksgegnerInnen international

  • Mittwoch, 30. Dezember 2009 @ 20:47
Umwelt FeuerwerksgegnerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wenden sich zum Jahreswechsel mit einem „Offenen Brief“ an Politik, Polizei, Feuerwehr und Medien:

Sehr geehrte Damen und Herren, wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, das Abbrennen von Feuerwerken und das Zünden von Böllern generell zu verbieten. Sollte dies nicht sofort möglich sein, könnten alternativ zunächst einmal Böllerzonen eingerichtet werden. Wichtig ist, dass in Wohngebieten nicht mehr geknallt wird.

Es ist nachgewiesen, dass Feuerwerke enorme gesundheitliche Gefahren bergen. Bisher ignorieren die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft diese von der Pyrotechnik ausgehenden Gefährdungen, obwohl sie bereits hinreichend beschrieben und nachgewiesen wurden.

Neben der direkten Gesundheitsschädigung durch Knalltraumatas kommt es zu einem massiven Lärmstress für Menschen, Wild- und Haustiere. Die Gesetze, welche den Umgang mit Sprengstoffen regeln und vor zu hohen Lärmemissionen schützen sollen, werden missachtet und die verantwortlichen Stellen unternehmen nichts oder nicht genug, um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen.

Betroffene Bürgerinnen und Bürger werden allein gelassen. Vielerorts fängt die illegale Böllerei bereits Tage vor Weihnachten an. Und selbst an Heiligabend sind Zündungen von Knallkörpern nicht unüblich. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich von der „knallenden“ Minderheit belästigt und eingeschränkt. Dieser zur Unsitte mutierte Brauch führt jährlich zu zahlreichen Verbrennungs-, Augen- und Ohrenverletzungen, Verstümmelungen von Gliedmaßen und Todesopfern. Die Medien berichten, die Politik sieht zu.

Zudem kommt hinzu, dass Feuerwerksqualm größtenteils aus giftigem Feinstaub (PM10), angereichert mit toxischen Schwermetallen, besteht. PM10 kann sowohl bestehende Krankheiten verschlimmern als auch neue hervorrufen. Deshalb ist nicht nur ein kleiner Teil der Bevölkerung betroffen, sondern jeder einzelne von uns: Feinstaub macht vor keiner Lunge halt. Der Mix aus Feinstaub und hohen Lärmemissionen fördert in hohem Maße Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Neben den akuten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist die Brandgefahr beim Abbrennen immer vorhanden. Jedes Jahr werden durch die Feuerwerkerei Eigentumswerte durch Brand vernichtet. Nicht ohne Grund haben einige deutsche Gemeinden mit intakter Altstadt aus Fachwerkhäusern ein Silvester-Feuerwerksverbot erlassen. Wenn man soviel Rücksicht auf Gebäude nimmt, dann kann man erst recht Rücksicht auf Menschen nehmen, die die Knallerei satt haben. Wir fordern ein weitgehendes Verbot jetzt!

Mittlerweile werden das ganze Jahr über zu immer mehr Anlässen immer größere Mengen Feuerwerk abgebrannt. Ein Ansatzpunkt zur Beschränkung der illegalen Feuerwerkerei ist die verstärkte Kontrolle von illegalen Beschaffungswegen. Gerade der Schmuggel aus Fernost von Böllern, welche die hiesigen Sicherheitsnormen nicht erfüllen, stellt eine große Gefahr dar. Hier müssen der Zoll und die Polizei, auch über Ländergrenzen hinweg, effizienter arbeiten. Ebenfalls ist für den Schutz der Bürger eine partielle Aussetzung des Schengen-Abkommens vonnöten. Das würde Zollkontrollen an den Grenzen ermöglichen und die massiven Importe von Sprengstoff-Schmuggelware einschränken.

Die Pyrotechnikrichtlinie der Europäischen Union berücksichtigt zu wenig Lärm- und Gesundheitsgesichtspunkte. Unter anderem aus diesem Grund prüfen wir zurzeit eine Klagemöglichkeit vor dem Europäischen Gerichtshof und/oder anderen nationalen Gerichten.

Die Mitgliedsstaaten der EU und die Schweiz nehmen die Gesetze, die uns eigentlich schützen sollen, nicht genügend ernst. Vielerorts dulden die Behörden die illegale Feuerwerkerei und Knallerei zu allen möglichen Tag- und Nachtzeiten stillschweigend.

Neben einer gesetzlichen Einschränkung des Abbrennens von Pyrotechnik muss auch ein Verbot vor Ort durch entsprechende Kontrollen durchgesetzt werden. Dazu werden die jeweiligen Behörden und die Polizei angehalten, in Gegenden wo sich die Beschwerden der Bürger häufen, verstärkt Präventiv-Maßnahmen sowie Kontrollen durchzuführen.

Wir fordern die für die Kontrolle dieser Gesetze zuständigen Organe auf, präventiv und repressiv gegen Verursacher vorzugehen. Die jährliche Hobbypyromanie erzeugt volkswirtschaftliche Folgekosten und -schäden in Milliardenhöhe, denen KEIN volkswirtschaftlicher Gewinn gegenübersteht.

Die Staatengemeinschaft ist aufgefordert diese Kosten (Gesundheitsschäden, Behandlungskosten, Brände, Vandalismus, Straßenreinigung, etc.) zu evaluieren und gegen diese Steuergeldvernichtung tätig zu werden.

„Feuerwerksgegner International“ ist ein Zusammenschluss von europäischen Feuerwerksgegnern. Die Initiative hat sich im Dezember 2009 gegründet, um die Betroffenen von Feuerwerkslärm in Europa zu vertreten, denn Feuerwerk und Knallerei entwickeln sich weltweit immer mehr zu einer Belastung für Mensch und Tier.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Rupert Frechinger, Linz, Österreich, www.frechinger.at
Dr. Jaime „Bob“ Sperberg, Berlin, Deutschland, Lärminitiative Blankenburg, http://www.dorfanger-blankenburg.de/cms/index.php/links/laerminitiative
Aldo Annecchini, Köln, Deutschlands-Feuerwerks-Widerständler

27. Dezember 2009


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