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Im Zeichen der Kornblume

  • Donnerstag, 12. November 2009 @ 20:15
Antifa Einmal mehr demonstrierte die durch die Wahlen gestärkte FPÖ-Fraktion ihre Gesinnung indem ihre MandatarInnen bei der Konstituierung des Linzer Gemeinderates am 12. November 2009 demonstrativ mit einer Kornblume am Revers aufmarschierten und das Gelöbnis leisteten.

Die Kornblume war in Österreich schon im 19. Jahrhundert das Markenzeichen der alldeutschen Bewegung von Georg Ritter von Schönerer und nach dem Verbot der NSDAP durch Dollfuss im Jahre 1933 das Symbol der illegalen Nazis vor dem „Anschluss“ an Deutschland im Jahre 1938.

Bezeichnungen von Gasthäusern als „Kornblumenstüberl“ zeigen heute noch die Gesinnung der Besitzer, die FPÖ veranstaltet demonstrativ immer noch „Kornblumenbälle“.

Das Blau der Kornblume gilt als Sinnbild des ungebundenen Wachstums – und steht damit im Klartext für den Expansionsdrang des „Völkischen“. Der als Vorfeldorganisation der FPÖ geltende – nach wie vor an seinem Idol, dem extrem völkischen und fremdenfeindlichen „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn deutschnational ausgerichtete – Österreichische Turnerbund (ÖTB) hat zwar mittlerweile seine Website auf rot-weiß-rot umgefärbt, verwendete aber jahrzehntelang und teilweise heute noch die Farbe blau auf Fahnen, Wimpeln und in der Kleidung der Turner.

In Linz gab es schon im September 1995 einen Wirbel, als die FPÖ-Fraktion bei der Angelobung ihres damaligen Stadtrates und Burschenschafters („Arminia Czernowitz“) Franz Obermayr – heute EU-Abgeordneter der FPÖ – demonstrativ mit der blauen Kornblume im Knopfloch erschien. Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) ließ sich damals gar mit Obermayr gemeinsam fotografieren, entdeckte einige Tage später nach einem Pressebericht die politische Bedeutung der Kornblume als deutschnationales Symbol in der 1. Republik, was zu einer heftigen Debatte über diese Symbolik führte.

Während die FPÖ-Abgeordneten bei der Angelobung des Nationalrates 1999 und 2002 nur mit einer rotweißroten Schleife auftraten wurde diese 2006 und 2008 mit der Kornblume ergänzt, ein deutliches Indiz für ein Zusammenwachsen deutschnationaler und reaktionärer österreich-patriotischer Einstellungen.

Die Verwendung der Kornblume durch die MandatarInnen der FPÖ im Parlament ist allerdings auch im Zusammenhang mit der starken Präsenz schlagender Burschenschafter im „Hohen Haus“ zu sehen, nicht weniger als elf der 34 FP-Abgeordneten sind Burschenschafter oder in sonst einschlägiger Weise aufgefallen: Martin Graf (Olympia Wien), Peter Fichtenbauer (Waldmark), Alois Gradauer (Bajuvaria Linz), Manfred Haimbuchner (Corps Alemannia Wien zu Linz, mittlerweile oö Landesrat), Werner Königshofer (Brixia Innsbruck), Gerhard Kurzmann (Kameradschaft IV ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS), Werner Neubauer (Teutonia Linz), Walter Rosenkranz (Libertas Wien), Harald Stefan Harald (Olympia Wien), Heinz-Christian Strache (Vandalia Wien), Harald Vilimsky Harald (Autor in „Der Völkerfreund“), Lutz Weinzinger (Bruna Sudetia Wien), Susanne Winter („Kinderschänder“-Rede im Grazer Gemeinderatswahlkampf 2008), Wolfgang Zanger (Vandalia Graz).

Die Kornblume ist aber auch verbindendes Symbol zwischen der FPÖ und dem offenem Rechtsextremismus. So nahmen im Jänner 2006 Aktivisten des illegalen Bundes Freier Jugend (BFJ) teilweise dekoriert mit dem Blau der Kornblume am Neujahrstreffen der FPÖ in Wels teil. Und für den 12. Juli 2008 hatte eben dieser BFJ zum „5. Sommerfest der Nationalen Jugend in Oberösterreich“ unter dem Symbol der Kornblume eingeladen. Bekannt sind die personellen Überschneidungen zwischen dem BFJ und der FPÖ-Jugendorganisation Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ), deren damaliger Landesobmann der heutige Linzer Stadtrat Detlef Wimmer war, der sich nach wie offen zu seinen Kontakten mit BFJ-Aktivisten bekennt.


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