Mehr als tausend Menschen beteiligten sich am bundesweiten Aktionstag am 5. November 2009 in Linz an der Demonstration „Freie Bildung für alle“. Nicht nur direkt betroffene Studierende der Johannes-Kepler-Universität, der Kunstuniversität und von Fachhochschulen, sondern auch viele SchülerInnen und Berufstätige unterstützten den Protest der Studierenden und versammelten sich bei der Auftaktkundgebung im Volksgarten. Dort sprachen unter anderem auch eine Vertreterin des Lehrpersonals der Universität und Betriebsräte des AKH und des Wimmer-Verlages und betonten den Zusammenhang der Proteste der Studierenden, den laufenden KV-Verhandlungen und anderen sozialen Auseinandersetzungen. Unterstützung für den Protest gibt es auch von Arbeiterkammer und ÖGB sowie von SPÖ, Grünen und KPÖ.

Die KPÖ kritisiere in Flugblättern mit dem Motto „Bildung statt Ausbildung“ die immer stärkere Unterordnung der Universitäten unter die Interessen von Banken und Konzerne, die insbesondere an der Universität Linz besonders stark ausgeprägt ist. Die symbolische Umbenennung in „Ludwig-Scharinger-Universität“ bringt diese Kritik deutlich zum Ausdruck.

Anschließend zog der Demonstrationszug durch die Landstraße und über den Hauptplatz und die Nibelungenbrücke zum AEC-Platz wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Dabei zeigte der Schriftsteller Robert Menasse in pointierten Formulierungen den Zynismus von Spitzenpolitikern der ÖVP auf, die selbst in den 70er und 80er Jahren die Errungenschaften des freien Hochschulzuganges wie Abschaffung der Studiengebühren, Gratisfreifahrt für Studierende usw. selbstverständlich in Anspruch genommen hatten, heute aber predigen, dass verschärfte Zugangsbestimmungen notwendig seien.

SprecherInnen der Besetzung des Hörsaals 1 an der Universität erklärten, dass der Protest weitergeführt wird. Abgeschlossen wurde der Aktionstag mit einer Podiumsdiskussion – bei der sich Menasse spontan bereit erklärte, diese Nacht im besetzten Hörsaal der Linzer Uni für weitere Diskussionen zur Verfügung zu stehen – einem Konzert in der Stadtwerkstatt.