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Stadtrundgang „Auf den Spuren des roten Linz“

  • Samstag, 12. September 2009 @ 20:10
Geschichte Im Bild: TeilnehmerInnen des Stadtrundganges vor dem Haus in welchem 1919 die KPÖ in Linz gegründet wurde.

Auf großes Interesse stieß ein Angebot der Linzer KPÖ für einen historischen Stadtrundgang „Auf den Spuren des roten Linz“ am 12. September 2009 mit Casimir Paltinger, Fremdenführer und Gemeinderatskandidat der KPÖ. Der rund zweistündige Rundgang führte zu zahlreichen Stätten wichtiger historischer Ereignisse im Zentrum der Landeshauptstadt.


Vor dem Alten Rathaus am Hauptplatz schilderte Paltinger die Ereignisse des Oktoberstreiks 1950 gegen den 4. Lohn- und Preispakt, der neben Steyr in Linz seinen Ausgang genommen hatte und zum Marsch tausender ArbeiterInnen von Voest, Stickstoffwerken, ÖBB, ESG und anderer Betriebe auf den Hauptplatz geführt hatte. Mit Blick von der Nibelungenbrücke auf die Urfahrer Seite wurde auf das im ehemaligen Hotel Achleitner in der Hauptstraße von 1945 bis 1955 befindliche Sowjetische Informationszentrum als Gegenstück zum „Amerikahaus“ der US-Besatzungsbehörde und dessen kulturpolitische Funktion in der damals geteilten Stadt verwiesen.

Im Alten Rathaus besichtigten die TeilnehmerInnen des Rundganges den Ort des ehemaligen Stadtgefängnisses, in welchen nach der Niederschlagung des Februaraufstandes 1934 zahlreiche Schutzbündler inhaftiert waren. Vor dem ehemaligen Münzhaus am Pfarrplatz zeigte Paltinger an Beispielen von Notgeld aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg die gegensätzliche Symbolik, einerseits jene der Arbeiterinnenbewegung, andererseits die antisemitische und heimattümelnde der Vorläufer des Faschismus. Am Herbert-Bayer-Platz war im heutigen Architekturforum seinerzeit die städtische Volksküche situiert, ein Beispiel wichtiger Einrichtungen des „roten Linz“ wie der Diesterwegschule, des Parkbades oder kommunaler Wohnbauten.

Das Landesgericht in der Museumstraße war Schauplatz zahlreicher Prozesse sowohl gegen Februarkämpfer des Jahres 1934, Gegner des Austrofaschismus wie auch des Nazifaschismus. Die Landesgalerie als ein Prunkbau des aufstrebenden Bürgertums im 19. Jahrhundert war auch Schauplatz der Gründung erster Arbeiterbildungsvereine, welche der ArbeiterInnenschaft die bürgerliche Kultur erschließen sollten. Ebenfalls in der Museumstraße war früher die Stadtbibliothek, nach 1934 Schauplatz umfangreicher Säuberungen von im Austrofaschismus verpönter Literatur.

Der Rundgang führte weiter in die Bethlehemstraße zu jenem Haus des ehemaligen Arbeiterwirtshauses „Zum Elephanten“, in dem im Februar 1919 (nach einem ersten missglückten Versuch in einem anderen Gasthaus in der Museumstraße) die KPÖ in Linz gegründet wurde. In der Marienstraße war im Haus Nummer 8 der Sozialdemokrat Anton Anreiter in der städtischen Verwaltung tätig und wurde noch am 1. Mai 1945 erschossen, weil er gegen die Hinrichtung von Ostarbeitern wegen Milchdiebstahls protestiert hatte. An ihn erinnert eine Station der Aktion „In Situ“ anlässlich der Kulturhauptstadt Linz09.

Ein wichtiger Ort des „roten Linz“ ist zweifellos das ehemalige „Hotel Schiff“, wo am 12. Februar 1934 auf Weisung von Richard Bernaschek eine weitere Hausdurchsuchung auf Widerstand stieß, wodurch die Februarkämpfe ausgelöst wurden, die freilich von einer Übermacht von Polizei, Bundesheer und Heimwehr in wenigen Tagen brutal niedergeschlagen wurde.

Den Abschluss des Stadtrundganges bildete das Landestheater auf der Promenade. Paltinger schilderte die progressiven Aktivitäten dieses Theaters Anfang der 1920er Jahre, unter anderem ein Brecht-Stück und eine große Open Air-Aufführung mit über tausend StatistInnen und deren Abschluss mit durch Fabrikssirenen intonierter Internationale. In den Redoutensälen wiederum war in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg die Zentrale der Linzer Arbeiter- und Soldatenräte untergebracht, die einige Zeit nach dem Vorbild der russischen Sowjets eine Art Gegenmacht zum Landtag und Gemeinderat bildete.


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