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Über Zivilgesellschaft und Unternehmergeist

  • Donnerstag, 18. Dezember 2008 @ 23:34
Linz Wenn es um Fakten und Vergleiche geht, wird der Linzer SPÖ-Planungsstadtrat Klaus Luger schnell zur Mimose: Bei der Präsentation des Linzer Stadtatlas mit der Fragestellung der Lebensqualität der Stadt am 18. Dezember 2008 im Architekturforum meinte er nämlich sichtlich gereizt, aus diesem Werk sei keine Strategie ableitbar, ein wirklicher Vergleich sei nicht möglich. Woraufhin Atlas-Autor Peter Arlt meinte, dass im Stadtatlas selbst betont wird, dass dieser keine Handlungsanleitung ist, sondern unter dem Motto „Statistik für alle“ durch den Vergleich einer Fülle von Bereichen mit 300 anderen europäischen Städten Diskussionen auslösen will.

Als sich Luger zur Aussage steigerte, der Stadtatlas sei „ein künstlerisches Werk, das keinen empirischen Anspruch“ erheben könne reagierte Arlt mit der trockenen Feststellung, dass die darin enthaltenen Fakten nicht von ihm selbst erhoben wurden, sondern auf Angaben offizieller statistischer Institutionen, unter anderem jene des Linzer Magistrates.

Sogar Kulturhauptstadt-Intendant Martin Heller widersprach Luger, indem er die Auseinandersetzung mit der Stadt als wichtig und die Vergleichbarkeit als das Wesentliche bezeichnete. Freilich sieht Heller dies eingeordnet in den zeitgeistig neoliberalen Städtewettbewerb. Deutlich wurde bei der Veranstaltung jedoch, dass die von der Stadtpolitik mit der Zerschlagung der Verstaatlichten versuchte Neudefinition von Linz als Kulturstadt anstelle der früheren Stahlstadt ein leerer Popanz ist, weil die Kulturstadt Linz von der Industriestadt auch im Jahre 2009 nicht zu trennen ist.

Bei genauerem Hinhören wurde deutlich, wessen Interessen Luger und Heller vertreten, wenn sie gewisse Begriffe in den Mund nehmen. Hinter Hellers Klage über die in Linz herrschende Versorgungsmentalität und seinem Plädoyer für mehr Unternehmergeist verbunden mit der Aufforderung „Tu doch was“ steckt als harter Kern die „Befreiung“ der kleinen Kulturinitiativen von öffentlichen Subventionen, damit die Kohle im großen Stil dorthin geleitet werden kann, wo sie den Stadtgewaltigen kompatibel erscheint. Bestes Beispiel dafür ist ja die Kulturhauptstadt Linz09, von Kritikern mittlerweile zunehmend als „Linznullnein“ apostrophiert.

Auf die Neugestaltung von Plätzen als Pflaster- oder Betonwüste angesprochen meinte Luger, die Stadt habe hier einen Paradigmenwechsel vorgenommen: Anstatt die Nutzung von Plätzen vorzugeben seien die BürgerInnen aufgefordert sich diese Plätze zur Nutzung zu erobern. Und dazu bemühte Luger sogar den Terminus der Zivilgesellschaft.

Was passiert, wenn sich diese Zivilgesellschaft freilich untersteht einen Platz für sich zu erobern wurde am Hessenplatz deutlich: Weil sich dort Obdachlose „einquartierten“ wurde der Platz zeitgeistig einplaniert und die „störenden“ lärmabschirmenden Hügel zu den Durchzugsstraßen beseitigt. In bester Blockwart-Manier ist der Park jetzt „durchsichtig“. Als Faustregel gilt, dass die Polizei aus dem Streifenwagen von jeder Seite den Platz bis zum anderen Ende einsehen kann um die Obdachlosen, Junkies usw. leichter vertreiben zu können.

Hinter Lugers Zivilgesellschaft steckt daher in Wirklichkeit schnöder Kommerz. Die neu gestalteten Plätze – Pfarrplatz, Nordico usw. – sind nämlich so gestaltet, dass „Kronenzeitung“, „Rundschau“, „OÖN“, ORF und Konsorten dort ihre kulturell höchst seichten Events möglichst effizient abwickeln können. Und wehe eine andere Form von Zivilgesellschaft würde sich unterstehen, einen Platz für sich und andere Zwecke zu erobern.

Leo Furtlehner


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