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Offener Brief an die Volkshilfe

  • Donnerstag, 16. Oktober 2008 @ 18:41
Antifa Folgenden Offenen Brief hat der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ), Willi Mernyi, heute an Volkshilfe-Präsidenten Josef Weidenholzer gerichtet:

Sehr geehrter Herr Präsident,
lieber Joe!

Von März bis Juli dieses Jahres wurde in der antifaschistischen Bewegung eine intensive Debatte über die Abhaltung des Integrationsballs 2008 der Volkshilfe im Kaufmännischen Vereinshaus Linz geführt. Dieses Haus war in Fortsetzung einer mehr als 100-jährigen deutschnationalen Tradition immer wieder Schauplatz von Veranstaltungen schlagender Burschenschafter. Unter anderem fand dort im Herbst 2007 trotz breitester Proteste der rechtsextreme „Anschlussturm-Kommers“ und im Februar 2008 der Burschenbundball statt.

Die Volkshilfe hat ungeachtet dessen am Kaufmännischen Vereinshaus als Ort des Integrationsballs 2008 festgehalten. Dabei berief sie sich vor allem auf eine Stellungnahme, die der Präsident und der Geschäftsführer des Kaufmännischen Vereins abgegeben haben. Die Volkshilfe behauptete, dass das Vereinshaus künftig deutschnationale und rechtsextreme Veranstaltungen ablehnen werde.

Vom Bundesvorstand des Mauthausen Komitees wurde im Juli dazu einstimmig eine Erklärung beschlossen, in der es heißt:

„Entgegen der Argumentation von Volkshilfe-Präsidenten Weidenholzer ... gibt es ... keine Zusage des Kaufmännischen Vereins dafür, dass Veranstaltungen wie der „Anschlussturm-Kommers“ oder der Burschenbundball künftig nicht mehr im Vereinshaus stattfinden werden.

Bei allem Respekt vor den großen humanitären und integrationspolitischen Leistungen der Volkshilfe und bei allem persönlichen Respekt vor den dort Verantwortlichen bleibt deshalb unsere Kritik aufrecht, dass die Durchführung des multikulturellen Integrationsballs 2008 im Kaufmännischen Vereinshaus Linz ein ebenso falsches wie überflüssiges Signal darstellt.

Da neue Entwicklungen derzeit nicht absehbar sind, wird das Mauthausen Komitee Österreich die Debatte vorläufig ruhen lassen. Wir behalten uns aber vor, bei künftigen deutschnationalen und rechtsextremen Veranstaltungen im Kaufmännischen Vereinshaus auf den krassen Widerspruch zur Durchführung des Integrationsballs im selben Haus hinzuweisen.“

Leider haben sich unsere grundsätzlichen antifaschistischen Bedenken vor kurzem bestätigt. Wer bei Google Österreich den Suchbegriff „Burschenbundball“ eingibt, findet u.a. eine Eintragung auf dem elektronischen Veranstaltungskalender des Kaufmännischen Vereinshauses, wonach der nächste Burschenbundball in eben diesem Haus am 10. Jänner 2009 stattfindet ...

Die schlagenden Burschenschafter sind also auch weiter im Kaufmännischen Vereinshaus aktiv, und zwar mit dem gesellschaftlichen Hauptereignis des Deutschnationalismus in Oberösterreich. Ein Ereignis, das dazu dient, die Burschenschaften und indirekt ihr Gedankengut einer breiteren Öffentlichkeit als salonfähig zu präsentieren.

Es kann jetzt keinen Zweifel mehr geben, dass das Kaufmännische Vereinshaus seine traditionellen Kontakte zu den Burschenschaftern fortsetzt und bei Bedarf auch jede andere Veranstaltung dieser äußerst rechten Kreise wieder beherbergen wird.

Wir hoffen auf Eure Einsicht: Der Integrationsball als Fest der Vielfalt und Toleranz passt einfach nicht in ein Haus, in dem die nationalistische Dumpfheit weiter willkommen ist. Wie die aktuelle Auseinandersetzung rund um die Kandidatur von Dr. Martin Graf (FPÖ) für die Wahl zum Dritten Nationalratspräsidenten wieder zeigt, dürfen Ideologie und Aktivitäten der Burschenschafter keinesfalls verharmlost werden.

Bitte sorge dafür, dass der Integrationsball im Jahr 2009 und auch später an einem Ort stattfindet, der seiner würdig ist! Damit entsprichst Du unserer gemeinsamen antifaschistischen Überzeugung. Ich erwarte Deine Antwort und bleibe

mit freundschaftlichen Grüßen
Willi Mernyi
MKÖ-Vorsitzender


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